VNG warnt: EU-Methanregeln gefährden Gasverträge und Versorgungssicherheit
VNG: EU-Methanregeln bedrohen Gasverträge

VNG warnt vor Risiken für Gasverträge durch EU-Methanregeln

Der ostdeutsche Energiekonzern VNG sieht durch neue EU-Vorgaben zur Verringerung von Methanemissionen erhebliche Risiken für langfristige Importverträge und damit für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Vorstandschef Ulf Heitmüller äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur deutliche Bedenken: „Wenn hier keine praxistauglichen Lösungen kommen, gefährdet das genau die Verträge, die wir für unsere Versorgungssicherheit dringend brauchen.“

Strengere Regeln ab 2027

Hintergrund sind verschärfte Vorschriften für den Energiesektor, die ab 2027 auch für Importe von Öl, Gas und Kohle gelten sollen. Importeure müssen dann nachweisen, dass Produzenten außerhalb der Europäischen Union die europäischen Methan-Vorgaben einhalten. „Heute ist völlig unklar, wie das praktisch funktionieren soll“, erklärte Heitmüller. Das Europaparlament hatte diesen Regelungen bereits 2024 zugestimmt.

Die neuen Bestimmungen sehen unter anderem vor:

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  • Strengere Kontrollen von Öl- und Gasanlagen
  • Umfangreiche Melde- und Überwachungspflichten
  • Besondere Auflagen für Energieimporte aus Drittländern

Methan gilt nach Kohlendioxid als das zweitwichtigste Treibhausgas und weist eine deutlich höhere Klimaschädlichkeit auf.

Versorgungslage bleibt angespannt

Nach Einschätzung von VNG hat sich die Versorgungslage im Vergleich zur Energiekrise des Jahres 2022 zwar stabilisiert. Dies ist vor allem auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  1. Den vermehrten Import von Flüssigerdgas (LNG) über spezielle Terminals
  2. Eine breitere Aufstellung der Bezugsquellen
  3. Strategische Diversifizierung der Lieferketten

Dennoch sind die Gasspeicher in Deutschland mit rund 20,7 Prozent (Stand 22. Februar 2026) deutlich niedriger gefüllt als in den Vorjahren. „Mit Blick auf den nächsten Winter sehen wir die Befüllung der Speicher als Herausforderung“, betonte Heitmüller.

Langfristige Verträge unter Druck

Gerade in dieser angespannten Situation sind langfristige und verlässliche Lieferverträge von zentraler Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Diese könnten durch nicht umsetzbare regulatorische Vorgaben erheblich unter Druck geraten. Besonders betroffen sind Bezugsquellen außerhalb der Europäischen Union.

Seit dem Jahr 2024 bezieht VNG nach eigenen Angaben als einziger deutscher Importeur Erdgas direkt per Pipeline aus Algerien. Diese direkte Lieferbeziehung steht exemplarisch für die Art von Verträgen, die durch die neuen EU-Methanregeln gefährdet werden könnten. Die Unklarheiten bei den praktischen Umsetzungsmodalitäten schaffen erhebliche Planungsunsicherheit für Energieunternehmen und Importeure.

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