Wassernotstand in München: Brunnen abgeschaltet, Fensterputzen gestoppt
Wassernotstand in München: Brunnen abgeschaltet

München ruft den Wassernotstand aus. Aufgrund von Rekordwärme, anhaltender Trockenheit und sinkenden Grundwasserständen hat die bayerische Landeshauptstadt drastische Maßnahmen ergriffen, um die letzten Wasserreserven zu schonen. Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Die Grünen) hat eine Taskforce eingerichtet und appelliert an die Bevölkerung, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Taskforce und erste Maßnahmen

„Wir haben eine seit den frühen 1970er Jahren nicht dagewesene Ausnahmesituation. Der durch die lang anhaltende Hitze deutlich gestiegene Wasserbedarf bringt das Versorgungssystem der Stadtwerke München an seine Grenzen“, erklärte Krause. Die Trinkwasserversorgung sei aktuell noch gesichert, doch die Verwaltung hat bereits drastische Einschnitte verkündet. So werden von 150 Zierbrunnen mindestens zehn besonders wasserintensive Brunnen abgeschaltet. Dies spare laut Stadtverwaltung 43 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aller Brunnen ein. Zusätzlich wird bei 56 Wasserspielen die tägliche Laufzeit von 14 auf zehn Stunden reduziert. Auch das Fensterputzen wurde eingestellt.

Spartipps und Warnungen

Die Stadtwerke geben konkrete Tipps: Autowaschen vermeiden, lieber duschen als baden, Wasserhahn beim Zähneputzen abdrehen, keine Planschbecken oder Pools befüllen. „Ich bitte alle Münchnerinnen und Münchner, beim Wassersparen mitzuhelfen. Jeder Liter, der nicht verbraucht wird, hilft, die Situation zu entschärfen“, so Krause. Er fügte eine deutliche Warnung hinzu: „Sollte der Wasserverbrauch nicht sinken, werden wir weitergehende Maßnahmen ergreifen müssen.“ Welche das sein könnten, ließ er offen.

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Bundesweiter Trend: Wasserknappheit in deutschen Städten

München steht mit diesem Schritt nicht allein. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verschärft den Ton. Hauptgeschäftsführer André Berghegger erklärte, notfalls müssten Kommunen Verbote aussprechen; Wasser solle nicht für Golf- oder Tennisplätze verschwendet werden. Besonders drastisch ist die Lage in Osnabrück (Niedersachsen). Dort fallen nach einem trockenen Winter die Grundwasserstände bereits seit Februar. Sollten die Anwohner ihren Verbrauch nicht minimieren, drohen verbindliche Entnahmeverbote: „Sollten sich die Bedingungen nicht ändern, werden Stadt und Landkreis in einem weiteren Schritt unausweichlich eine Allgemeinverfügung hinsichtlich der Nutzung von Oberflächenwasser/Grundwasser erlassen müssen“, heißt es. Auch andere Städte wie Hamburg, Mainz (Rheinland-Pfalz) und Pinneberg (Schleswig-Holstein) schließen sich den Mahnungen an. Doch keine andere Stadt geht bisher so weit wie München mit seiner Wasser-Taskforce.

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