Ipsos-Umfrage enthüllt: Mehr als ein Viertel der deutschen Haushalte hat keine finanziellen Rücklagen
Die aktuelle wirtschaftliche Lage stellt viele Bürger vor erhebliche Herausforderungen. Laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Direktbank ING verfügen 27 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland über keinerlei Ersparnisse. Diese besorgniserregende Zahl markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als der Anteil noch bei 23,5 Prozent lag.
Preissteigerungen und geringe Einkommen als Hauptgründe
Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, welche Faktoren das Sparen erschweren. Fast die Hälfte der Befragten ohne Rücklagen (46,7 Prozent) gibt an, dass ihr Einkommen schlicht nicht ausreicht, um Geld beiseitelegen zu können. Weitere 22 Prozent führen die gestiegenen Lebenshaltungskosten als Grund an, die vorhandene Reserven aufgezehrt haben.
Die psychischen Belastungen sind ebenfalls spürbar: Fast jeder fünfte Deutsche (17,9 Prozent) grübelt nachts über finanzielle Sorgen. Mehr als ein Drittel (36,5 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Situation das Gefühl haben, nie die Dinge erreichen zu können, die sie sich im Leben wünschen.
Rekordvermögen bei gleichzeitiger wachsender Ungleichheit
Während viele Haushalte mit leeren Händen dastehen, erreicht das gesamte Geldvermögen der Privathaushalte in Deutschland neue Höchststände. Nach Angaben der Bundesbank summierte sich dieses Vermögen zum Ende des dritten Quartals 2025 auf den Rekordwert von 9,389 Billionen Euro. Die DZ Bank prognostiziert für das Gesamtjahr 2025 sogar einen Wert von knapp über 10 Billionen Euro und für das laufende Jahr einen weiteren Anstieg auf 10,5 Billionen Euro.
Diese beeindruckenden Zahlen täuschen jedoch über eine tiefgreifende Ungleichheit hinweg:
- Die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte (etwa vier Millionen) halten etwa die Hälfte des gesamten Geldvermögens
- Am unteren Ende der Skala finden sich etwa 20 Millionen Haushalte, auf die nur acht Prozent des Vermögens entfallen
- Die Vermögenden profitieren stärker, da sie durchschnittlich mehr in Aktien und Fonds investieren
Veränderte Spargewohnheiten der Deutschen
Die Umfrage zeigt auch einen deutlichen Rückgang bei den aktiven Sparern. Während 2024 noch 70,7 Prozent der Befragten angaben, regelmäßig Geld zurückzulegen, sank dieser Anteil bis Dezember 2025 auf 63,7 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsenden finanziellen Herausforderungen für breite Bevölkerungsschichten.
Die Bundesbank und die DZ Bank berücksichtigen in ihren Berechnungen Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Immobilienvermögen bleibt in diesen Statistiken unberücksichtigt, was das Gesamtbild privater Vermögensverhältnisse zusätzlich komplex gestaltet.



