Die Altersvorsorge mit Aktien bleibt für viele Menschen in Deutschland ein rotes Tuch – trotz neuer staatlicher Förderung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Postbank.
Jeder Zweite lehnt Aktiendepot ab
Mehr als jeder Dritte (37,7 Prozent) der 1.105 befragten Erwerbstätigen gab an, wahrscheinlich ein gefördertes Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Doch fast jeder Zweite (46 Prozent) hält dies für unwahrscheinlich. Gut ein Drittel der Berufstätigen (34,4 Prozent) bevorzugt eine sicherheitsorientierte Anlage mit garantiertem Auszahlungsbetrag (Garantievorsorge) gegenüber einer chancenorientierten Anlage in Wertpapieren ohne Garantien (Altersvorsorgedepot).
Neue Fördermöglichkeiten ab Januar
Ab Januar sollen neue Möglichkeiten zur privaten und staatlich geförderten Altersvorsorge über ein Altersvorsorgedepot eingeführt werden. Zudem erhalten Kinder und Jugendliche mit der sogenannten Frühstart-Rente ein Startkapital für ihre private Altersvorsorge. Gut ein Viertel (27,7 Prozent) aller 2.059 befragten Erwachsenen fühlt sich durch die staatliche Förderung bestärkt, Geld in Aktien und Fonds anzulegen.
Finanzwissen als größte Hürde
„Die Umfrage zeigt, dass das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot zwar auf Interesse stößt, aber bislang keine breite Zustimmung in der Bevölkerung findet“, fasst Ulrich Stephan zusammen, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. „Staatliche Förderung kann ein Impuls sein, Wertpapiere in die persönliche Vorsorge einzubeziehen – aber es braucht mehr verständliche Information und Aufklärung, besonders zum Altersvorsorgedepot.“ Mangelndes Finanzwissen sei immer noch das größte Hemmnis für Wertpapiere als Teil der privaten Vorsorge. Breite Teile der Bevölkerung könnten das Risiko von Fonds und Aktien schwer einschätzen.



