Der Bundesrat hat ein neues Gesetz zur Altersvorsorge beschlossen. Die Riester-Rente wird damit Geschichte. Künftig sollen Bürger mit privaten Sparplänen für das Alter vorsorgen, die vom Staat gefördert werden. Auf den ersten Blick klingt das gut, doch es gibt Haken, wie Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen im Gespräch mit Thomas Ksusch erklärt.
Was bringt die neue Altersvorsorge?
Das Gesetz sieht vor, dass die Riester-Rente durch eine neue Form der privaten Altersvorsorge ersetzt wird. Diese soll einfacher und flexibler sein. Der Staat gewährt Zuschüsse und Steuervorteile, um die Bürger zum Sparen zu animieren. Doch Tenhagen warnt: „Das klingt verlockend, aber es gibt Fallstricke.“
Haken 1: Hohe Kosten
Die neuen Sparpläne könnten mit hohen Gebühren verbunden sein. Tenhagen bemängelt, dass die Kostenstruktur oft intransparent sei. „Anleger zahlen oft hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, die die Rendite schmälern“, so der Experte. Er rät, genau auf die Kosten zu achten und günstige Anbieter zu wählen.
Haken 2: Unklare Förderung
Die staatliche Förderung sei nicht für jeden gleich vorteilhaft. „Geringverdiener und Familien profitieren eher, während Gutverdiener oft leer ausgehen“, erklärt Tenhagen. Zudem sei die Förderung an Bedingungen geknüpft, die viele nicht erfüllen können. Beispielsweise müssen Sparer einen Mindestbeitrag leisten, um Zuschüsse zu erhalten.
Haken 3: Mangelnde Flexibilität
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Flexibilität. „Das Geld ist oft bis zur Rente gebunden“, sagt Tenhagen. Wer früher an sein Erspartes möchte, muss mit Abschlägen rechnen. Das sei besonders problematisch für Menschen, die unerwartet arbeitslos werden oder eine Umschulung benötigen.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Verbraucher sollten sich vor Abschluss eines neuen Sparplans genau informieren. Tenhagen empfiehlt, verschiedene Angebote zu vergleichen und auf die Kosten zu achten. „Nicht jeder Vertrag ist sinnvoll“, betont er. Die neue Altersvorsorge könne eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente sein, aber nur, wenn man die Haken kennt und umgeht.
Das Gesetz tritt voraussichtlich 2027 in Kraft. Bis dahin haben Bürger noch Zeit, ihre Riester-Verträge zu kündigen oder in die neuen Modelle umzusteigen. Die Bundesregierung verspricht mehr Transparenz und bessere Konditionen, doch die Kritik bleibt.



