Commerzbank erzielt überraschend hohen Gewinn und belohnt Aktionäre
Die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2025 ihr ehrgeiziges Gewinnziel deutlich übertroffen und plant nun umfangreiche Ausschüttungen an ihre Anteilseigner. Das Frankfurter Institut meldete überraschend einen Nettogewinn von 2,63 Milliarden Euro, nachdem ursprünglich etwa 2,5 Milliarden Euro angestrebt worden waren. Ohne die Belastungen durch den laufenden Stellenabbau hätte der Überschuss sogar die Rekordmarke von 3 Milliarden Euro erreicht.
Milliardenschwere Rückzahlungen an Investoren
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp kündigte an, dass die Bank insgesamt 2,7 Milliarden Euro an Kapital an ihre Investorinnen und Investoren zurückgeben wird. „2025 war für die Commerzbank ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, und wir möchten unsere Investorinnen und Investoren an diesem Erfolg teilhaben lassen“, erklärte Orlopp. Die Maßnahmen umfassen:
- Eine deutliche Erhöhung der Dividende von 65 Cent auf 1,10 Euro je Aktie
- Bis zu 540 Millionen Euro für weitere Aktienrückkäufe
Hintergrund: Der anhaltende Abwehrkampf gegen Unicredit
Die exzellenten Zahlen stehen im Kontext des anhaltenden Übernahmekampfes mit der italienischen Großbank Unicredit. Um die Attacke abzuwehren, hatte sich die Commerzbank ehrgeizige Renditeziele und höhere Dividenden vorgenommen. Bereits 2024 hatte das Institut mit knapp 2,7 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seiner Geschichte erzielt, doch blieb wenig Zeit zum Feiern angesichts der turbulenten Übernahmesituation.
Die Commerzbank verfolgt zudem einen umfangreichen Stellenabbau: Bis Ende 2027 sollen etwa 3.900 Vollzeitstellen gestrichen werden, davon 3.300 in Deutschland. Für diese Restrukturierung hatte der Konzern einmalige Kosten von 700 Millionen Euro veranschlagt, die sich in den aktuellen Zahlen niederschlagen.
Unicredit in der Warteschleife
Obwohl die italienische Bank mit gut 26 Prozent größter Aktionär der Commerzbank ist und über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere drei Prozent der Anteile hat, zögert Unicredit-Chef Andrea Orcel mit einem offiziellen Übernahmeangebot. Grund ist der hohe Aktienkurs, der eine verpflichtende Offerte ab der 30-Prozent-Schwelle unwirtschaftlich erscheinen lässt.
In einem CNBC-Interview anlässlich der Zahlenvorlage seiner eigenen Bank äußerte Orcel sich zurückhaltend: „Wenn der richtige Zeitpunkt kommt und die Konditionen stimmen, dann wird es auf die richtige Weise passieren. Falls nicht, haben wir genügend andere Themen, die wir vorantreiben können.“
Der deutsche Bund, der noch etwa 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, lehnt eine Übernahme weiterhin ab und zeigt keine Bereitschaft zum Verkauf seiner Beteiligung. Damit bleibt die Situation zwischen den beiden Finanzinstituten vorerst in der Schwebe, während die Commerzbank mit ihren starken Ergebnissen ihre Unabhängigkeit unterstreicht.



