Einkommensrechner 2025: Wo stehen Sie finanziell wirklich?
Viel Geld zu verdienen bedeutet nicht automatisch, dass man zur Oberschicht gehört. Mit dem neuen Einkommensrechner des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln lässt sich nun präzise prüfen, wo Sie finanziell einzuordnen sind. Die Analyse zeigt deutlich: Viele Menschen schätzen ihre eigene finanzielle Lage falsch ein.
Wie werden Einkommensschichten eigentlich gemessen?
Laut der Online-Plattform Kununu, die Arbeitgeberbewertungen und Gehaltsvergleiche anbietet, basieren Schichtzugehörigkeiten oft auf statistischen Kenngrößen wie dem Median- oder Durchschnittseinkommen. Doch das Gehalt allein sagt nicht alles aus. Haushaltsgröße, Lebenshaltungskosten und regionale Unterschiede spielen eine entscheidende Rolle bei der realen finanziellen Situation. Die Einkommensungleichheit in Deutschland ist seit den 1990er-Jahren gestiegen – besonders in den unteren Einkommensschichten.
Mit dem Einkommensrechner testen: Zu welcher Schicht gehören Sie?
Das IW Köln hat einen Rechner veröffentlicht, der unkompliziert Klarheit bietet. Neben dem Arbeitseinkommen werden dabei folgende Faktoren berücksichtigt:
- Renten
- Kapital- und Vermögenseinkommen
- Geschätzte Mietvorteile aus selbstgenutztem Wohneigentum
- Abzüge für Instandhaltungsausgaben, Hypotheken und Steuern
Oberschicht, Mittelschicht und Unterschicht: Die konkreten Grenzen
Nach Berechnungen von Kununu gelten in Deutschland folgende Einkommensgrenzen:
- Oberschicht: Ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 130.398 Euro. Nicht alle Berufsgruppen mit vermeintlich hohem Gehalt zählen direkt dazu.
- Mittelschicht: Das Zentrum der Gesellschaft – zumindest einkommensstatistisch. Als Single gehört man ab mindestens 1.850 Euro netto im Monat dazu. Eine vierköpfige Familie wird ab 3.880 Euro netto pro Monat zur Mittelschicht gezählt.
- Unterschicht: Haushalte, die weniger als 60 Prozent des nationalen Medians verdienen. Das entspricht etwa einem Jahresbrutto von unter 31.295 Euro.
Besorgniserregende Entwicklung: Die Mittelschicht schrumpft
Studien des IW Köln zeigen eine alarmierende Tendenz: Die Mittelschicht ist in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden. Immer mehr Menschen zählen in Deutschland zur Einkommenskategorie „Unterschicht“ – und das Armutsrisiko steigt weiter an. Finanzielle Risiken werden besonders für Alleinerziehende, Familien mit vielen Kindern oder Personen mit Migrationshintergrund immer größer. In Sachsen-Anhalt beispielsweise ist jedes vierte Kind armutsgefährdet, obwohl die Region in einigen Bereichen über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Die aktuelle Wirtschaftsflaute zeigt erste Folgen: Immer mehr Menschen in Sachsen-Anhalt geraten in Geldnot. Während die reichsten Sachsen-Anhalter ihre Einkommen deutlich steigern konnten, verliert die Mittelschicht an Stärke. Der neue Einkommensrechner bietet daher nicht nur persönliche Klarheit, sondern zeigt auch die wachsende soziale Spaltung in Deutschland auf.



