Spritpreise in EU-Nachbarländern holen auf: Deutschland verliert Spitzenposition
EU-Spritpreise: Nachbarländer holen bei Preisanstieg auf

EU-Daten: Spritpreise in deutschen Nachbarländern ziehen deutlich an

In Teilen der Europäischen Union steigen die Spritpreise inzwischen stärker als in Deutschland. Beim Diesel ist Dänemark der aktuelle Spitzenreiter, während sich die Preisentwicklung in anderen Nachbarstaaten beschleunigt. Dies geht aus aktuellen Daten der EU-Kommission hervor, die wöchentlich mit Stand vom Montag erhoben werden.

Preisentwicklung bei Superbenzin und Diesel

Zu Beginn des Irankriegs hatten sich Benzin und Diesel in Deutschland deutlich schneller verteuert als in den meisten EU-Staaten. Inzwischen gleichen sich die Preise jedoch wieder an. Am 9. März zeigten die Daten für die meisten EU-Nachbarn noch um 11,8 bis 14,1 Cent langsamere Preisanstiege beim Superbenzin, für Österreich um 5,2 Cent. Nun sind es nur noch zwei bis 7,3 Cent. Dennoch bleibt Deutschland hier vorerst Spitzenreiter.

Beim Diesel sieht das Bild anders aus: Für Dänemark zeigen die Daten vom 23. Februar bis zum 16. März ein um 1,5 Cent höheres Plus als in Deutschland. In Österreich ist der Anstieg nur noch um 0,5 Cent niedriger als hierzulande, in den anderen EU-Nachbarländern um 2,2 bis 9,8 Cent. Vor einer Woche war die Spanne noch sehr viel größer und reichte bis zu 21 Cent.

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Hinweis auf geringen Wettbewerb im Kraftstoffmarkt

Dass viele andere EU-Staaten beim Preisanstieg aufholen, weist laut dem Vorsitzenden der Monopolkommission, Tomaso Duso, darauf hin, dass der Ölpreisanstieg in Deutschland besonders schnell an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde. Zusammen mit dem insgesamt hohen Preisanstieg könne dies auf wenig Wettbewerb im Kraftstoffmarkt hindeuten. Diese Entwicklung unterstreicht die Kritik an der Marktdynamik.

Preisunterschiede und politische Maßnahmen

Trotz der Angleichung sind die Kraftstoffe in Ländern wie Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien oder Österreich noch deutlich günstiger als in Deutschland. Grund dafür sind hauptsächlich unterschiedliche Steuern und Abgaben. In Belgien oder Luxemburg gelten zudem Höchstpreise, die die Kosten begrenzen.

Die Bundesregierung will die Spritpreise unter anderem senken, indem sie eine frühere Regelung aus Österreich übernimmt: Demnach dürfen die Preise nur noch einmal am Tag erhöht werden. Dass der Anstieg in Österreich inzwischen fast genauso hoch ausfällt wie in Deutschland, bestärkt Kritiker, die in dieser Regelung keine nachhaltige Lösung sehen. Österreich hat inzwischen seine Spritpreisbremse verschärft, was die Debatte über effektive Maßnahmen weiter anheizt.

Insgesamt zeigt die Analyse, dass die Preisdynamik in der EU komplex ist und von Faktoren wie Steuern, Wettbewerb und politischen Interventionen beeinflusst wird. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich weiterhin auf volatile Spritkosten einstellen, während die Diskussion über faire Preise und Markttransparenz anhält.

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