Erfreulicher Trend: Deutlicher Rückgang bei Falschgeld-Funden in Deutschland
Nach drei Jahren kontinuierlichen Anstiegs melden die Behörden erstmals wieder positive Nachrichten aus dem Bereich der Geldkriminalität. Die Zahl gefälschter Euro-Banknoten, die in Deutschland aus dem Verkehr gezogen wurden, ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Polizei, Handel und Banken konfiszierten insgesamt 67.963 Blüten – das entspricht einem bemerkenswerten Minus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024.
Finanzielle Schäden ebenfalls rückläufig
Nicht nur die Anzahl der Fälschungen verringerte sich, sondern auch der damit verbundene finanzielle Schaden ging spürbar zurück. Während 2024 noch Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro zu verzeichnen waren, sank dieser Wert im vergangenen Jahr auf etwa 4 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Rückgang um rund 11 Prozent und zeigt, dass die Maßnahmen gegen Geldkriminalität erste Erfolge zeitigen.
Bundesbank erklärt die Gründe für den positiven Trend
Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz erläutert die Entwicklung mit klaren Worten: „Die deutlich niedrigere Schadenssumme ist auf einen spürbaren Rückgang der Fälschungen von 100- und 200-Euro-Banknoten zurückzuführen.“ Viele Händler und Geschäfte nehmen diese hohen Stückelungen mittlerweile entweder gar nicht mehr an oder überprüfen sie mit besonderer Sorgfalt und technischen Hilfsmitteln. Diese erhöhte Wachsamkeit im Zahlungsverkehr trägt maßgeblich zur Reduzierung der Falschgeld-Fälle bei.
Europäischer Kontext: Auch EU-weit sinkende Zahlen
Der positive Trend beschränkt sich nicht auf Deutschland allein. Europaweit registrierten die zuständigen Behörden im Jahr 2025 insgesamt 444.000 Fälschungen – das sind beachtliche 110.000 weniger als im Vorjahr. Der Gesamtschaden sank dabei von 26,2 Millionen auf 22,2 Millionen Euro. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleibt die absolute Zahl jedoch hoch: Sie war 2025 die zweitgrößte seit dem Jahr 2017. Kriminelle Netzwerke konzentrieren ihre Aktivitäten weiterhin vor allem auf gängige Noten wie 10-, 20- oder 50-Euro-Scheine.
Viele Fälschungen sind leicht zu erkennen
Eine weitere gute Nachricht für Verbraucher: Viele der im Umlauf befindlichen Fälschungen sind relativ einfach zu identifizieren. Sie tragen häufig Aufdrucke wie „MovieMoney“ oder „Prop copy“ – ursprünglich als Spielgeld oder Filmrequisiten im Internet angebotene Produkte. Betrüger machen sich diese vermeintlich harmlosen Noten seit Jahren zunutze, um sie in den regulären Zahlungsverkehr einzuschleusen.
Geringes Risiko, aber weiterhin Vorsicht geboten
Die Bundesbank betont, dass das Risiko für Verbraucher, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, insgesamt gering ist. Statistisch kamen 2025 auf 10.000 Einwohner in Deutschland lediglich acht gefälschte Banknoten. Dennoch bleibt Wachsamkeit im Alltag unerlässlich. Verbraucher sollten Geldscheine stets nach dem bewährten Prinzip „Fühlen – Sehen – Kippen“ überprüfen. Wer versehentlich Falschgeld annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen, da es nicht ersetzt wird. Noch schwerwiegender: Wer wissentlich Blüten weitergibt, begeht eine Straftat. Verdächtige Banknoten sollten daher umgehend bei der Polizei abgegeben werden.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass kombinierte Maßnahmen aus technischer Sicherheitsvorkehrungen, erhöhter Aufmerksamkeit im Handel und konsequenter Strafverfolgung Wirkung zeigen. Dieser positive Trend sollte Verbraucher jedoch nicht in falscher Sicherheit wiegen – eine gesunde Skepsis gegenüber Bargeldzahlungen, insbesondere bei hohen Beträgen, bleibt weiterhin angebracht.



