Falschgeld-Rückgang in Deutschland: Bundesbank meldet weniger Blüten, doch 50-Euro-Scheine bleiben Risiko
Falschgeld-Rückgang: Bundesbank meldet weniger Blüten

Falschgeld-Rückgang in Deutschland: Bundesbank meldet positive Entwicklung

Erstmals seit dem Jahr 2021 ist in Deutschland wieder ein deutlicher Rückgang bei der Sicherstellung von gefälschten Euro-Banknoten zu verzeichnen. Nach teils sprunghaften Anstiegen in den Vorjahren konnten Polizei, Handel und Banken im vergangenen Jahr insgesamt 67.963 falsche Euro-Scheine aus dem Verkehr ziehen. Dies entspricht einem Rückgang von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Rechnerisch bedeutet dies, dass auf 10.000 Einwohner etwa acht gefälschte Banknoten entfallen.

50-Euro-Schein bleibt Hauptziel der Fälscher

Besonders im Fokus der Geldfälscher stehen nach wie vor die gängigen Stückelungen. Der 50-Euro-Schein wurde im Jahr 2025 mit 33.956 sichergestellten Fälschungen am häufigsten gefälscht, was fast der Hälfte aller in Deutschland registrierten Euro-Blüten entspricht. Auch der 20-Euro-Schein bleibt mit 16.198 gefälschten Exemplaren ein beliebtes Ziel für Kriminelle. Diese Scheine wechseln besonders häufig den Besitzer und werden von Verbrauchern oft nicht so genau auf Echtheit überprüft, was Fälschern in die Hände spielt.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz betont jedoch, dass ein großer Teil der Blüten leicht erkennbare Fälschungen sind. Oft handelt es sich um im Internet als Spielgeld oder Filmrequisiten angebotene Scheine mit Aufdrucken wie „MovieMoney“ oder „Prop copy“, die von Kriminellen in Umlauf gebracht werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Professionelle Fälscherwerkstatt in Wuppertal ausgehoben

Neben diesen simplen Fälschungen gibt es auch professionelle Geldfälscher, die mit hohem Aufwand agieren. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Fälscherwerkstatt eines 32-jährigen Kfz-Lackierers aus Wuppertal, der sich selbst als „Marktführer“ in der deutschsprachigen Geldfälscher-Szene bezeichnete. Im Oktober konnten Fahnder nach monatelanger Spurensuche die Werkstatt ausheben, in der die Drucker zum Zeitpunkt des Zugriffs noch seitenweise Falschgeldbögen ausspuckten. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin soll der Mann seit 2023 mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben.

Schadenssumme deutlich gesunken

Insgesamt richteten Geldfälscher in Deutschland durch gefälschte Euro-Scheine im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 4 Millionen Euro an. Im Vorjahr 2024 lag dieser Wert noch bei 4,5 Millionen Euro. Balz führt diesen Rückgang vor allem auf einen spürbaren Rückgang der Fälschungen von 100- und 200-Euro-Banknoten zurück. Viele Geschäfte nehmen diese hohen Stückelungen gar nicht mehr an oder prüfen sie besonders gründlich, was die Attraktivität für Fälscher mindert.

Auf europäischer Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Schaden durch gefälschte Euro-Scheine sank von 26,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 22,2 Millionen Euro im Jahr 2025.

Internationale Fahnderaktion mit spektakulärem Erfolg

Ein besonders spektakulärer Erfolg im Kampf gegen die Falschgeldkriminalität gelang internationalen Fahndern im Jahr 2025. Bei einer koordinierten Aktion in 18 Ländern unter der Leitung der Polizeidienste in Österreich, Portugal und Spanien konnten insgesamt Falschgeld im Wert von 1,2 Milliarden Euro sichergestellt werden. Die Blüten, darunter Euro, Dollar, britische Pfund und Schweizer Franken, wurden per Post verschickt. Innerhalb von sechs Monaten fingen die Fahnder 79 Falschgeld-Pakete ab, wobei mehr als 90 Prozent der Lieferungen laut Europol aus China stammten.

Verbraucher müssen wachsam bleiben

Trotz der positiven Entwicklungen warnt die Bundesbank davor, die Wachsamkeit zu vernachlässigen. Die im Jahr 2025 sichergestellte Falschgeldmenge ist bezogen auf Deutschland immer noch die zweitgrößte seit 2017. Verbraucher sollten daher die einfache Prüfmethode Fühlen – Sehen – Kippen anwenden, um echte von gefälschten Scheinen zu unterscheiden.

Wer dennoch einen gefälschten Schein erhält, sollte diesen keinesfalls weitergeben, da dies eine Straftat darstellt, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann. Stattdessen sind gefälschte Banknoten bei der Polizei oder Banken abzugeben. Falschgeld wird nicht ersetzt, der Schaden bleibt beim Empfänger hängen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Ein aktueller Fall aus dem Alltag zeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit ist: Eine Frau erkannte kürzlich zwei 20-Euro-Scheine, die ihr Freund ihr für eine Taxifahrt zugesteckt hatte, als Falschgeld und rief die Polizei – während ihr Begleiter vor der Tür wartete, um ihr einen Heiratsantrag zu machen.