Goldrausch in München: Experte erklärt Anlage-Tipps und Schließfach-Sicherheit
Goldrausch in München: Experte gibt Anlage-Tipps

Goldpreis-Explosion: München im Edelmetall-Fieber

Seit Januar 2024 hat der Goldmarkt eine atemberaubende Entwicklung genommen: Der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) stieg von etwa 2000 US-Dollar auf über 5000 US-Dollar – ein historischer Rekordwert, der weltweit für Aufsehen sorgte. Sogar in einem Hotel in Macau wurden Goldbarren aus dem Boden der Lobby gerissen, um sie gewinnbringend zu verkaufen. Nach einem kurzen Einbruch Anfang Februar 2026 hat sich der Goldpreis wieder erholt und wird erneut mit mehr als 5000 US-Dollar gehandelt.

Experteninterview: Max Fulir von der Stadtsparkasse München

Die AZ sprach mit Max Fulir (40), Edelmetall-Experte der Stadtsparkasse München, über die aktuellen Turbulenzen und Anlagemöglichkeiten.

AZ: Die Deutsche Bank prognostiziert einen Anstieg auf 6000 US-Dollar pro Unze. Ist das realistisch?

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MAX FULIR: „Wenn ich das wüsste, würde ich alles in Gold investieren“, scherzt der Experte. „Der Markt zeigt aktuell starke Schwankungen, und die US-Halbzeitwahlen werden eine Rolle spielen. Das bleibt jedoch Spekulation.“

Die Ursache für die jüngsten Kursschwankungen sieht Fulir in der allgemeinen Unsicherheit: „Wenn die Unsicherheit groß ist, investieren Menschen in Edelmetalle. Die aktuelle politische Lage, besonders in den USA, hat zu massiven Käufen geführt – auch von Zentralbanken. Der Markt wurde überhitzt, und einige Großakteure lösten dann die Korrektur durch Verkäufe aus.“

Nachfrage boomt: „Der Anstieg war enorm“

Bei der Stadtsparkasse München ist die Nachfrage nach Gold sprunghaft angestiegen. „Gold ist seit Jahren gefragt, aber der Anstieg in den letzten Monaten war schon enorm“, berichtet Fulir. „Seit dem Kurssturz Anfang Februar gab es eine leichte Beruhigung, doch die Nachfrage bleibt höher als in früheren Jahren. Es geht in beide Richtungen: Die einen verkaufen wegen des guten Kurses, die anderen kaufen aus Sicherheitsbedürfnis.“

Für Besitzer von Goldschmuck könnte der aktuelle Zeitpunkt günstig sein, um zu verkaufen. Allerdings nimmt die Stadtsparkasse selbst keinen Schmuck an. Fulir empfiehlt stattdessen seriöse Schmuckhändler, Pfandleiher oder Onlinehändler und rät zur vorherigen Information über den Schmelzkurs.

Barren vs. Münzen: Was eignet sich besser?

Für die Geldanlage in Gold sind Barren laut Fulir oft die bessere Wahl: „Barren gibt es in elf Größen von einem Gramm bis zum Kilogramm, während Anlagemünzen meist nur vier bis fünf Größen bieten. Barren sind durch einfachere Fertigung näher am Goldpreis.“ Münzen wie der Krügerrand, Maple Leaf oder Philharmoniker haben dagegen Sammlerwert, der über den reinen Goldwert hinausgehen kann.

Interessant sind auch deutsche Prägungen: „Deutschland stellt mehr Goldmünzen her, als man denkt“, so Fulir. „Die 100-Euro-Goldmünze kostet aktuell 2200-2300 Euro, ältere Jahrgänge können deutlich teurer sein. Der Bayern Thaler gewinnt zunehmend an Bekanntheit – eine Unze in Gold liegt bei über 4000 Euro.“

Schließfächer: Sicherheit und Verfügbarkeit

Schließfächer bei der Stadtsparkasse München sind Mangelware, aber es gibt noch einige freie Exemplare – vorausgesetzt, man hat ein Girokonto dort. Zur Sicherheit nach den Raubüberfällen in Gelsenkirchen und Stuhr sagt Fulir: „Unsere Schließfach-Anlagen entsprechen dem anerkannten Stand der Technik. Aus Sicherheitsgründen nennen wir keine Einzelheiten.“

Für Anleger bietet Gold Flexibilität: „Bei Gold ist für jeden Geldbeutel etwas dabei“, betont der Experte. „Man kann physisch in Barren oder Münzen investieren, über Sparplane oder wie ein Wertpapier handeln. Das physische Vorhandensein vermittelt vielen ein greifbares Sicherheitsgefühl.“

Während es bei Silber zu Jahresbeginn Lieferengpässe gab, ist Gold laut Fulir problemlos verfügbar: „Gold wird in der Herstellung priorisiert. Silber ist im Vergleich nicht so wichtig.“

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