Ökonom: Größter Spritpreis-Schub nach Iran-Krieg vorbei - Preise könnten sinken
Größter Spritpreis-Schub vorbei - Ökonom gibt Entwarnung

Ökonom sieht größten Spritpreis-Anstieg nach Iran-Krieg als beendet

Die Preise an deutschen Tankstellen haben seit Beginn des Iran-Krieges deutlich angezogen. Doch nach Ansicht von Wirtschaftsexperten könnte der größte Preisschub nun vorüber sein. Der Ökonom Jan Schnellenbach äußerte sich gegenüber Medien zu den aktuellen Entwicklungen.

Konkrete Preissteigerungen seit Kriegsbeginn

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Diesel kostete am Samstag mit 2,14 Euro pro Liter etwa 40 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Beim E10-Benzin lag der Preis bei 2,03 Euro pro Liter, was einer Steigerung von knapp 26 Cent entspricht. Die ersten Daten vom Sonntag zeigten jedoch nur noch geringe Bewegungen an den Zapfsäulen.

„Es kann kleinere weitere Preissteigerungen geben, aber den größten Schub sollten wir jetzt hinter uns haben“, erklärt Schnellenbach. Der Experte begründet seine Einschätzung mit der bereits erfolgten Einpreisung von Risiken durch die Marktteilnehmer.

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Straße von Hormus als entscheidender Faktor

Seit Kriegsbeginn hat das iranische Militär die strategisch wichtige Straße von Hormus de facto gesperrt. Durch diese Meerenge verläuft etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Diese Blockade hat maßgeblich zu den Preissteigerungen beigetragen.

„Die Risiken einer längeren Schließung der Straße von Hormus sollten inzwischen eingepreist sein“, so Schnellenbach. „Preise spiegeln ja auch Erwartungen wider, und ich glaube, die Marktteilnehmer haben das jetzt mehr oder weniger berücksichtigt.“

Trumps Pläne zur Sicherung der Meerenge

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Straße von Hormus militärisch sichern zu wollen, um den Öltransport wieder zu ermöglichen. Sollte dies gelingen, könnten die Spritpreise deutlich sinken.

„Falls die Passage wieder gesichert wird, dann sollten die Preise relativ schnell auf ein Niveau sinken, das zwar noch etwas über dem Vorkriegsniveau ist, aber nicht weit darüber“, prognostiziert der Wirtschaftsexperte.

Allerdings bleiben wichtige Fragen offen:

  • Wann könnte eine solche Sicherung tatsächlich erfolgen?
  • Welche Länder würden sich an einer internationalen Mission beteiligen?
  • Wie schnell ließen sich die Transportwege wieder normalisieren?

Internationale Reaktionen unklar

Trump hatte am Samstag auf Truth Social geschrieben, dass „viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade betroffen sind – gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden“ würden. Konkrete Zusagen oder Details nannte er jedoch nicht.

Der US-Präsident äußerte die Hoffnung, dass unter anderem China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien Schiffe entsenden würden. Ob sich diese Länder tatsächlich beteiligen werden, bleibt abzuwarten.

Ausblick für Verbraucher

Für Autofahrer bedeutet die aktuelle Situation:

  1. Die stärksten Preissteigerungen sind wahrscheinlich vorbei
  2. Kleinere Preisanpassungen bleiben möglich
  3. Eine Entspannung hängt von der Sicherung der Straße von Hormus ab
  4. Die Preise werden voraussichtlich über dem Vorkriegsniveau bleiben

Die weitere Entwicklung der Spritpreise hängt somit maßgeblich von geopolitischen Entwicklungen und internationalen Reaktionen auf die Blockade der wichtigen Handelsroute ab.

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