80 Jahre Lotto Bayern: Ein Staatsunternehmen feiert und öffnet seine Tore
Die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung in Bayern begeht in diesen Tagen einen bedeutenden Meilenstein: Ihr 80-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gewährt das Unternehmen, das normalerweise streng abgeschirmt arbeitet, einen seltenen Einblick in seine Produktionsstätten. Prominenter Gast bei den Feierlichkeiten ist Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU), der die wirtschaftliche Bedeutung der Lotterie hervorhebt, selbst aber nicht zum Spielen neigt.
Einblicke in die geheime Lose-Druckerei
In der Theresienhöhe 11 in München summt und rattert es unablässig. Hier, in der sonst für die meisten Mitarbeiter unzugänglichen Druckerei, entstehen jährlich zwischen 55 und 60 Millionen Aufreißlose. Lotto-Mitarbeiter Christian Deutscher führt durch den großen Raum, wo riesige Papierrollen – vergleichbar mit Lkw-Reifen – als Rohstoff dienen. Das Papier läuft mit hoher Geschwindigkeit durch Maschinen und wird am Ende bunt bedruckt. „Diesen Raum hätten bislang nicht einmal alle Mitarbeiter betreten dürfen“, erklärt Lotto-Chefin Carolin Kerschbaumer. Die Öffnung anlässlich des Jubiläums ist somit eine besondere Geste.
Historische Wurzeln und wirtschaftliche Bedeutung
Die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung wurde am 12. März 1946 als Bayerische Wiederaufbau-Lotterie gegründet. In der Nachkriegszeit diente sie dazu, mit einfachen Mitteln Einnahmen für den Wiederaufbau von Infrastruktur und Städten zu generieren. Heute ist sie ein wichtiger Pfeiler des bayerischen Staatshaushalts. Finanzminister Füracker betont, dass jährlich ein dreistelliger Millionenbetrag aus den Gewinnen in die Staatskasse fließt – zuletzt waren es rund 500 Millionen Euro. Rund 17.000 Menschen arbeiten in den Lotto-Annahmestellen in Bayern, zusätzlich sind etwa 1100 Beschäftigte in neun Spielbanken sowie den Verwaltungen in München und Nürnberg tätig.
Der Traum vom großen Glück und seine Realität
Seit ihrer Gründung hat Lotto Bayern etwa 19 Milliarden Euro an Spieler ausgezahlt, darunter mehr als 1000 Millionengewinne. Allein im Jahr 2025 wurden 24 Menschen durch Lottogewinne zu Millionären, bei einer Gesamtgewinnausschüttung von 621 Millionen Euro. Allerdings gaben die Bayern im selben Jahr 1,265 Milliarden Euro für das staatliche Glücksspiel aus. Dieser Einsatz lässt sich mit dem „Traum vom großen Glück“ erklären, den auch Finanzminister Füracker anspricht. Zuletzt stiegen zudem die Besucherzahlen in den Spielbanken, was auf eine anhaltende Faszination hindeutet.
Spielerschutz und persönliche Zurückhaltung
Füracker weist darauf hin, dass dem Unternehmen der Spieler- und Jugendschutz „enorm wichtig“ sei. Maßnahmen wie Ausweiskontrollen, Spielersperrsysteme und Angebote zur Suchtprävention sollen Risiken minimieren. „Wenn man spielen möchte, gibt es keine bessere Möglichkeit, als das unter staatlicher Aufsicht zu tun“, so der Minister. Trotzdem hält er sich selbst vom Glücksspiel fern – aus noblen Gründen: „Ich will ja, dass andere den Hauptgewinn bekommen. Wenn ich jetzt Lotto spielen würde, würde ich die Gewinnchance der anderen praktisch minimieren.“ Mit dieser charmanten Begründung unterstreicht er seine Rolle als verantwortungsbewusster Vertreter des Staates, der die Einnahmen schätzt, aber nicht persönlich vom Spiel profitiert.



