Privatinsolvenzen 2025: Hohe Kosten und Ratenkäufe treiben mehr Menschen in die Schuldenfalle
Privatinsolvenzen 2025: Hohe Kosten treiben in Schuldenfalle

Privatinsolvenzen 2025: Hohe Kosten und Ratenkäufe treiben mehr Menschen in die Schuldenfalle

Immer mehr Privatinsolvenzen belasten die deutsche Wirtschaft: Steigende Lebenshaltungskosten und spontane Ratenkäufe bringen zahlreiche Haushalte an ihre finanziellen Grenzen. In einer bestimmten Altersgruppe hat sich die Zahl der Pleiten besonders dramatisch erhöht, wie aktuelle Daten zeigen.

Anstieg der Privatinsolvenzen um 7,8 Prozent

Nach Angaben des Informationsdienstleisters Crif ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 107.816 Fälle registriert, was einem Anstieg von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024 entspricht. Die finanzielle Situation vieler Privatpersonen bleibt angespannt, wie Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein betont: „Trotz einer grundsätzlich höheren Sparbereitschaft reichen die Rücklagen in vielen Haushalten nicht mehr aus, um die steigenden Kosten aufzufangen.“ Die durchschnittlichen Schulden der Betroffenen beliefen sich auf rund 15.000 Euro.

Prognose für 2026 und historischer Vergleich

Für das laufende Jahr 2026 rechnet Crif derzeit mit etwa 110.000 Privatinsolvenzen in Deutschland. Damit würde der Wert aus dem Jahr 2021 überschritten werden, in dem es infolge einer Gesetzesänderung knapp über 109.000 Fälle gegeben hatte. Damals waren viele Insolvenzanträge zurückgehalten worden, um von der Verkürzung der Restschuldbefreiung ab dem 1. Januar 2021 zu profitieren: Die Dauer des Verfahrens reduzierte sich von sechs auf drei Jahre.

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Hauptursachen und regionale Unterschiede

Die Hauptursachen für Privatinsolvenzen sind nach Angaben von Crif unverändert:

  • Arbeitslosigkeit
  • Gescheiterte Selbstständigkeit
  • Trennung oder Scheidung
  • Gesundheitliche Probleme

Die meisten Privatinsolvenzen im vergangenen Jahr zählte Crif im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 25.864 Fällen. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl gab es die meisten Verbraucherpleiten in Bremen mit 201 Fällen je 100.000 Einwohner. Die wenigsten Privatinsolvenzen verzeichneten Bayern und Thüringen mit jeweils 86 je 100.000 Einwohner.

Junge Erwachsene besonders stark betroffen

Prozentual stiegen die Fallzahlen 2025 im Vergleich zum Vorjahr am stärksten bei den 18‑ bis 20‑Jährigen mit einem Plus von 52,6 Prozent und bei den 21‑ bis 30‑Jährigen mit einem Plus von 28,6 Prozent. Ein Grund nach Einschätzung von Crif sind spontane Ratenkäufe. Angebote wie „Buy Now - Pay Later“ („Kaufe jetzt, bezahle später“) sind verlockend, insbesondere wenn online schnell per Mausklick eingekauft werden kann und die Finanzierung zum Nulltarif angepriesen wird. Verbraucherschützer warnen regelmäßig davor, dass Menschen ihre Finanzkraft überschätzen und mehr auf Pump kaufen, als sie sich leisten können.

Die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise treiben immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher in die Pleite, während die Zahlen voraussichtlich weiter ansteigen werden. Die wirtschaftlichen Herausforderungen erfordern erhöhte Aufmerksamkeit für finanzielle Bildung und verantwortungsbewussten Konsum.

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