Russlands Zentralbank senkt Leitzins überraschend auf 15,5 Prozent
Russlands Zentralbank senkt Leitzins überraschend

Russlands Zentralbank senkt Leitzins überraschend auf 15,5 Prozent

Der Druck auf die russische Wirtschaft lässt während des Krieges gegen die Ukraine nicht nach. Nun hat die Zentralbank in Moskau reagiert und den Leitzins überraschend zurückgenommen. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde von 16,0 auf 15,5 Prozent gesenkt, wie die Behörde mitteilte. Experten hatten mehrheitlich einen konstanten Zins erwartet, was diese Entscheidung zu einer bemerkenswerten Wendung macht.

Sechste Absenkung in Folge signalisiert wirtschaftliche Not

Es handelt sich um die sechste Leitzinssenkung in Folge, die als Versuch gilt, die langsamer laufende Wirtschaft knapp vier Jahre nach der russischen Invasion in der Ukraine weiter zu stützen. Die Zentralbank will auf kommenden Sitzungen die Notwendigkeit einer weiteren Senkung prüfen – abhängig von der Nachhaltigkeit der Inflationsabschwächung und der Entwicklung der Inflationserwartungen. Im Juni vergangenen Jahres hatte die russische Zentralbank den Leitzins etwa auf 20 Prozent gesenkt und damit dem wachsenden politischen Druck nachgegeben, bevor weitere Anpassungen folgten.

Wirtschaftliche Lage trotz Widerstandsfähigkeit angespannt

Die Wirtschaft in Russland hatte sich in den ersten drei Jahren des Konflikts trotz westlicher Sanktionen als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Im vergangenen Jahr setzte jedoch ein Abschwung ein, der die aktuelle Maßnahme notwendig macht. Die russische Regierung prognostiziert für das laufende Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent, nach 1,0 Prozent im Jahr 2025. Die Zentralbank rechnet für dieses Jahr mit einem Zuwachs zwischen 0,5 und 1,5 Prozent, was die Unsicherheit unterstreicht.

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Die Sanktionen der EU haben laut dem EU-Sanktionsbeauftragten David O’Sullivan »erhebliche Auswirkungen« auf die russische Wirtschaft. Wegen Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine versucht die EU seit Jahren, Russland mit scharfen Sanktionen unter Druck zu setzen. Putins Wirtschaft steckt in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn: Die Öleinnahmen sind eingebrochen, das Wachstum lahmt, und Experten wie der Russlandexperte Alexander Libman sehen begrenzte Optionen für den Kremlchef.

Diese geldpolitische Lockerung verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen für Russland, die durch den Krieg und internationale Isolation verschärft werden. Die Zentralbank bleibt wachsam, um die wirtschaftliche Stabilität in einer unsicheren Zeit zu bewahren.

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