Schließfacheinbruch in Gelsenkirchen: Kundin empört über Zinsforderung der Sparkasse
Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen sieht sich eine betroffene Kundin doppelt geschädigt. Die Bank verlangt von der 57-jährigen Astrid Kaiser mehr als sieben Prozent Zinsen für einen Überbrückungskredit, den sie nach dem Diebstahl aus ihrem Schließfach aufnehmen musste. "Ich hätte erwartet, wenn die Sparkasse von Unterstützung redet, dass man dieses Darlehen zinsfrei bekommt", sagte Kaiser. Sie betonte, dass sie den Kredit zurückzahlen könne, sobald die Versicherung der Sparkasse das ihr zustehende Geld überweise.
Kundin fühlt sich als Opfer der Bank
Astrid Kaiser erklärte, sie sehe sich nun "noch mehr als Opfer der Sparkasse", da die Bank jetzt auch noch an ihrem Geld verdiene. Der Kredit war notwendig, um mit Teilen des gestohlenen Goldes eine bereits gebuchte Kreuzfahrt zu bezahlen. Die Schließfächer sind mit maximal 10.300 Euro versichert, doch der tatsächliche Verlust der Kundin übersteigt diesen Betrag deutlich.
Sparkasse reagiert mit Allgemeinplätzen
Auf Anfrage antwortete die Sparkasse schriftlich, dass ihre Beraterinnen und Berater "stets ein offenes Ohr" für die Probleme der Kundschaft hätten. Die Bank erklärte: "Uns ist kein Fall bekannt, dass betroffene Kundinnen und Kunden aufgrund des Diebstahls in akute finanzielle Schwierigkeiten geraten sind." Zu Verträgen einzelner Kunden könne die Sparkasse aufgrund des Bankgeheimnisses und des Datenschutzes keine Angaben machen. Der Fall war zuvor vom WDR berichtet worden.
Hintergrund des Millionen-Einbruchs
Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten Unbekannte mehr als 3000 Schließfächer im Tresorraum aufgebrochen und waren mit Gold, Bargeld und anderen Wertsachen geflohen. Der Wert der Beute lässt sich nur schwer einschätzen, da nur die Kunden den Inhalt ihrer Schließfächer kannten. Schätzungen belaufen sich jedoch auf eine zwei- oder möglicherweise sogar dreistellige Millionensumme.
Klagen gegen die Sparkasse
Gegen die Sparkasse laufen Klagen, in denen ihr mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen werden. Astrid Kaiser hat sich diesen Klagen angeschlossen, wie sie sagte. "Wir haben nichts mehr zu verlieren, wir haben schon alles verloren." Die Kundin hofft auf eine faire Behandlung und eine zinsfreie Lösung für ihren Überbrückungskredit, während sie auf die Auszahlung der Versicherungsleistung wartet.



