Trade-Republic-Chef attackiert traditionelle Banken: „Wir ersetzen die Filialen“
Trade Republic will Bankfilialen ersetzen

Trade Republic startet Offensive gegen traditionelle Geldhäuser

Der Berliner Neobroker Trade Republic hat eine klare Kampfansage an die klassische Bankenbranche gerichtet. CEO Christian Hecker (36) verkündet in einem exklusiven Interview, dass sein Unternehmen die traditionellen Bankfilialen ersetzen will. „Wir wollen die Bankfilialen ersetzen und investieren dafür viel Geld in besseren Service“, erklärt der Co-Gründer des Fintech-Unternehmens entschlossen.

24-Stunden-Service als Antwort auf Kritik

Als konkreten Schritt startet Trade Republic ab sofort einen Kundenservice, der rund um die Uhr verfügbar ist. Kunden können nun 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, per Telefon oder Live-Chat mit echten Mitarbeitern sprechen. Diese Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf frühere Kritik am oft schwer erreichbaren Support des Online-Brokers.

Für den massiven Ausbau des Serviceangebots greift das Unternehmen tief in die Tasche. „Wir haben einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in den neuen Telefonservice investiert“, betont Hecker. In nur sechs Monaten wurden mehr als 1000 Mitarbeiter eingestellt, die Kunden in acht verschiedenen Sprachen betreuen können. Die größte Service-Zentrale des Unternehmens steht dabei in Rostock.

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Angriff auf das traditionelle Bankmodell

Mit diesem Schritt nähert sich Trade Republic bewusst den klassischen Direktbanken wie ING, comdirect oder Consorsbank an, die bereits seit Jahren auf Hotlines und persönlichen Kundenservice setzen. Für Neobroker ist ein rund um die Uhr erreichbarer Telefonsupport bislang eher die Ausnahme gewesen.

Hecker geht dabei frontal auf die traditionellen Geldhäuser los: „Das klassische Bankmodell funktioniert für viele Kunden nicht mehr. Davon bin ich fest überzeugt.“ Sein ambitioniertes Ziel formuliert er deutlich: „In den nächsten zwölf Monaten wollen wir den besten Kundenservice aller Banken in Europa betreiben.“

Ein besonderes Feature des neuen Services: Bleibt ein Anliegen offen und wird an Experten weitergegeben, können Kunden den Bearbeitungsstand per Live-Tracking in der App jederzeit verfolgen.

Wachstumsambitionen und Positionierung

Trade Republic hat innerhalb weniger Jahre bereits fünf Millionen Kunden gewonnen. Das erklärte Ziel lautet nun, diese Zahl zu verdoppeln. Besonders scharf greift Hecker dabei die Konkurrenz an: „Kunden wollen ein faires Angebot und nicht länger mit Lockangeboten beim Tagesgeld, befristeten Zinsen und komplizierten Unterkonten verwirrt werden.“

Neben dem neuen Support verpasst Trade Republic seiner App ein umfangreiches Update. Kunden sollen von 30 neuen Funktionen profitieren können, darunter neue Passwort- und Sicherheitsoptionen sowie zusätzliche Analysefunktionen für Anleger.

Den Ruf als Billig-Anbieter weist Hecker entschieden zurück: „Wir sind nicht der Discounter unter den Banken. Kunden kommen nicht für ein einzelnes Lockangebot, sondern für das Gesamtpaket zu Trade Republic.“

Mit dieser klaren Positionierung und den massiven Investitionen in Servicequalität positioniert sich Trade Republic als ernstzunehmender Herausforderer für die etablierte Bankenbranche. Die Schließung immer mehr klassischer Bankfilialen scheint dem Unternehmen dabei in die Karten zu spielen.

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