Unicredit drängt auf direkte Übernahmegespräche mit Commerzbank
Unicredit drängt auf direkte Gespräche mit Commerzbank

Unicredit drängt auf direkte Gespräche mit Commerzbank

Der Vorstandschef der italienischen Großbank Unicredit, Andrea Orcel, hat seine Entschlossenheit bekräftigt, die festgefahrene Situation bei den Übernahmeverhandlungen mit der Commerzbank zu durchbrechen. Auf einer Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley betonte Orcel die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs von Angesicht zu Angesicht mit allen Beteiligten, insbesondere mit Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp.

Pattsituation überwinden

Orcel erklärte, dass das Ziel darin bestehe, die Patt-Situation zu überwinden, die seit 18 Monaten andauert. Trotz früherer Versuche sei es bisher nicht gelungen, einen offenen Dialog zu etablieren. Nun habe man ein Zeitfenster von zwölf Wochen geschaffen, um Gespräche zu führen und Wertpotenziale zu heben. Das Übernahmeangebot ziele auf alle Commerzbank-Anteile ab und sei für 100 Prozent der Aktien gedacht.

Der Unicredit-Chef zeigte sich überzeugt, dass eine Win-Win-Situation erreicht werden könne, unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen. Er betonte jedoch auch seine Offenheit für alternative Szenarien, falls sich die Gespräche entsprechend entwickeln sollten.

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Details des Übernahmeangebots

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank kontrolliert, hatte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Frankfurter Dax-Konzern angekündigt. Das Angebot sieht vor, für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Papiere zu bieten. Dies entspricht einem Preis von 30,80 Euro je Commerzbank-Anteil und einem Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Mit diesem Angebot bewertet die italienische Bank die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Das finale Angebot soll jedoch erst im Mai vorgelegt werden, nachdem die Aktionäre der Unicredit der erforderlichen Kapitalerhöhung zugestimmt haben.

Widerstand aus Frankfurt

Die Commerzbank beharrt auf ihrer Eigenständigkeit und erhält dabei Unterstützung von der Bundesregierung, die noch etwa 12 Prozent der Anteile hält. Vorstandschefin Bettina Orlopp fordert von den Italienern ein konkretes Angebot und kritisierte jüngst, dass Unicredit im Unklaren lasse, wie eine wertstiftende Transaktion aussehen solle.

Orlopp bezeichnete das Vorgehen der Unicredit als taktisches Manöver, da der angebotene Aufschlag gemessen am Marktwert der Commerzbank nur gering sei und die Kommunikation der Italiener widersprüchlich erscheine. Die Commerzbank bleibt somit skeptisch gegenüber den Übernahmeplänen und pocht auf klare Konditionen und eine transparente Verhandlungsführung.

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