Nach fünf Jahren Debatte: Bagger rollen für neuen Rewe-Markt in Prenzlau
Bagger rollen für neuen Rewe-Markt in Prenzlau

Nach fünf Jahren Debatte: Bagger rollen für neuen Rewe-Markt in Prenzlau

In Prenzlau haben nach langjährigen Diskussionen endlich die Bauarbeiten für einen neuen Rewe-Markt begonnen. Die Firma BTT schafft derzeit Baufreiheit auf dem Gelände hinter dem Norma-Markt am Neustädter Damm (B198). Dort werden alte Stallgebäude abgerissen, die bisher als Pferdekoppel genutzt wurden.

Genehmigung steht noch aus

Für den bis zu 2000 Quadratmeter großen Vollsortimenter fehlt allerdings noch die finale Baugenehmigung. Kreis-Pressesprecherin Ramona Neumann stellte in Aussicht, dass der Bauantrag im März genehmigt werden könnte. Voraussetzung ist ein noch ausstehendes positives Votum der Unteren Wasserbehörde, deren Stellungnahme als entscheidungserheblich gilt.

Die Stadt Prenzlau hatte bereits ihr gemeindliches Einvernehmen erteilt, wobei Fragen zur künftigen Lichtsignalanlage an der Einmündung zur B198 noch nicht im Detail geklärt waren. Der Neubau soll im Stil der Green Building-Architektur mit großen Glasflächen, Photovoltaik-Anlagen und Regenwassernutzung errichtet werden.

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Bestehender Markt bleibt erhalten

Für den bestehenden Rewe-Markt in der Prenzlauer Steinstraße, der von Matthias Becker geführt wird, hatte die Stadt bereits 2022 einen städtebaulichen Vertrag mit der Rewe Markt Group ausgehandelt. Der Konzern verpflichtet sich darin, den Markt auf einer Verkaufsfläche von circa 950 Quadratmetern bis zum 1. November 2032 als Vollsortimenter weiterzubetreiben.

Marktleiter Becker hatte erst 2025 die monatelange Vollsperrung der Steinstraße im Zuge von Straßenbauarbeiten genutzt, um den Markt räumlich neu zu gestalten und komplett zu sanieren. Eine Erweiterung an diesem Standort ist aufgrund der verfügbaren Flächen nicht möglich.

Geteilte Meinungen in der Bevölkerung

Die Etablierung eines weiteren Vollsortimenters in der Kreisstadt stößt bei Einwohnern und Stadtpolitikern auf geteilte Meinungen:

  • Gegner des Vorhabens sehen ein Überangebot an Verkaufsflächen, gemessen an der Einwohnerzahl und der vorhandenen Kaufkraft
  • Befürworter erkennen in dem geplanten Rewe-Markt die Schließung einer Versorgungslücke in der Südvorstadt

In einer Stellungnahme vom Februar 2023 kam Mathias Burkhardt aus dem Landesministerium für Infrastruktur und Landesplanung zu dem Fazit, dass eine Gefährdung oder Beeinträchtigung der Nahversorgung in den Umlandgemeinden nicht besteht. Allerdings sei mit einer Umsatzverteilung innerhalb des Prenzlauer Stadtgebietes von knapp zehn Prozent zu rechnen.

Politische Entscheidungen und Zeitplan

Im Frühjahr 2024 hatten 20 Stadtverordnete für den Durchführungs- und Erschließungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Fachmarktzentrum Neustädter Damm Süd gestimmt, sieben dagegen.

Der Investor Michael Baier hatte bereits im März 2023 die Hoffnung geäußert, dass der erste Spatenstich noch 2024 erfolgen könnte. Aktuell ist er mit öffentlichen Aussagen zum Bauvorhaben und möglichen Zeitfenstern zurückhaltend. Die Suche nach einem General-Bauunternehmer läuft allerdings bereits.

Das Bauvorhaben beschäftigt die Prenzlauer bereits seit dem Jahr 2021 und markiert nun nach fünf Jahren Debatte einen wichtigen Schritt in der städtebaulichen Entwicklung der Region.

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