Baumärkte kämpfen mit drittem Umsatzrückgang: Kunden weichen auf Discounter aus
Baumärkte: Drittes Umsatzminus - Kunden kaufen bei Discountern

Baumarktbranche im dritten Jahr mit sinkenden Umsätzen

Die deutschen Baumärkte stehen vor anhaltenden Herausforderungen. Wie aktuelle Zahlen des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) zeigen, verzeichnete die Branche 2025 bereits das dritte Umsatzminus in Folge. In den drei wichtigsten Teilsortimenten – Werkzeug, Gartengeräte und Haushaltswaren – gingen die Erlöse jeweils um etwa vier Prozent zurück.

Verbraucher weichen auf preisgünstige Alternativen aus

Viele Kunden kaufen Baumarktprodukte nicht mehr in klassischen Baumärkten, sondern zunehmend bei Discountern wie Aldi und Lidl, bei Ketten wie Action, Thomas Philips und Jysk oder auf Online-Marktplätzen wie Temu. „Die Kunden interessieren sich nach wie vor für die Sortimente, kaufen aber immer öfter woanders ein“, erklärt Branchenexperte Klaus Peter Teipel. Die Lebensmitteldiscounter bieten beim Wocheneinkauf gleichzeitig Werkzeug, Blumenkübel, Gartenstühle oder Solarleuchten an – für Gelegenheitsnutzer reicht die Qualität meist aus.

Veränderte Konsumgewohnheiten belasten die Branche

BHB-Vorstandssprecher Peter Abraham nennt als Grund für die Umsatzrückgänge die Verunsicherung der Verbraucher: „Die Budgets der Kundinnen und Kunden flossen verstärkt in Bereiche wie Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie.“ Anschaffungen fürs Eigenheim würden hingegen häufig verschoben. Während der Pandemiejahre hatten die Baumärkte noch starke Zuwächse verzeichnet, da viele Haushalte in Projekte rund um Haus und Garten investierten, als Reisen nicht möglich waren.

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Vorsichtiger Optimismus für 2026

Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten zeigt sich der Branchenverband vorsichtig optimistisch für das laufende Jahr. Nach einem schwachen Herbst zog das Geschäft im Dezember spürbar an – die Erlöse lagen fast fünf Prozent über dem Vorjahresmonat. Auch die Baumarktkette Obi berichtet von vielversprechenden ersten Wochen im neuen Jahr, wobei sich vor allem Winterprodukte wie Pellets, Streusalz und Frostschutzmittel gut verkauften.

Potenzial in Beratung und Bauaktivitäten

Besonders wichtig für die Baumärkte bleibt der Frühling, wenn viele Menschen ihre Gärten auf Vordermann bringen. Der BHB sieht Potenzial besonders bei Kunden, die sich handwerkliche Arbeiten bislang nicht zutrauen. Hier könnten sich die Händler mit ihrer Beratung als verlässliche Partner positionieren. Ein weiteres positives Signal: Die Zahl der Baugenehmigungen ist zuletzt wieder gestiegen. Laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dürfte das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wachsen.

Strukturwandel in der Branche

Die Zahl großer Baumärkte mit mehr als 1.000 Quadratmetern ist weiter rückläufig. Zu Jahresbeginn 2026 gab es in Deutschland 2.004 solcher Märkte – 26 weniger als ein Jahr zuvor. Experte Teipel erklärt: „Die durchschnittliche Verkaufsfläche großer Baumärkte ist seitdem deutlich gestiegen, dafür gibt es weniger Standorte.“ Stattdessen setzen viele Betreiber auf kleinere Märkte mit weniger als 1.000 Quadratmetern, wo sogar eine starke Expansion zu beobachten ist.

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