Bertelsmann beendet Deutschland-Card: Edeka-Wechsel zu Payback besiegelt Schicksal
Bertelsmann stellt Deutschland-Card nach Edeka-Ausstieg ein

Bertelsmann zieht Stecker: Deutschland-Card wird nach Edeka-Ausstieg eingestellt

Der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann hat die endgültige Einstellung seines Rabattprogramms Deutschland-Card bekannt gegeben. Das Unternehmen wird die GmbH, die das Programm betreibt, im Laufe dieses Jahres vollständig auflösen. Spätestens zum 30. November 2026 soll der Betrieb komplett eingestellt werden. Für die etwa 90 betroffenen Mitarbeiter sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, wie Bertelsmann in einer offiziellen Mitteilung erklärte.

Edeka-Wechsel zu Payback als entscheidender Schlag

Als Hauptgrund für die drastische Entscheidung nannte der Konzern den Verlust des mit Abstand größten Programmpartners Anfang des vergangenen Jahres. Dabei handelt es sich um den Lebensmittelhändler Edeka, der zu Beginn des Jahres 2025 zum größeren Konkurrenten Payback gewechselt ist. Dieser Schritt habe die Grundlage für das gesamte Geschäftsmodell der Deutschland-Card nachhaltig zerstört, wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht.

Die Deutschland-Card war seit ihrer Einführung im Jahr 2008 ein direkter Konkurrent des Marktführers Payback im deutschen Rabattprogramm-Markt. Trotz jahrelanger Bemühungen und umfangreicher Investitionen konnte das Programm jedoch nie in die Gewinnzone gelangen. Seit geraumer Zeit schreibt die Deutschland-Card kontinuierlich rote Zahlen, was die wirtschaftliche Grundlage des Geschäftsmodells zunehmend infrage stellte.

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Rettungsversuche blieben erfolglos

Das Management von Bertelsmann hatte in den vergangenen Monaten intensiv nach Lösungen gesucht, um das Programm zu retten. Trotz aller Bemühungen und des engagierten Einsatzes aller Beteiligten sei es jedoch nicht gelungen, die notwendige Nutzerakzeptanz und die erforderliche Reichweite für eine tragfähige Monetarisierung zu erreichen. Die Verlustzone zu verlassen erscheint auf absehbare Zeit nicht realistisch, hieß es in der Stellungnahme des Konzerns.

Zu den verbliebenen Partnerunternehmen der Deutschland-Card zählen laut der offiziellen Webseite unter anderem:

  • Aldi Nord und Aldi Süd
  • Rewe und Kaufland
  • Penny
  • Rossmann
  • dm-Drogeriemarkt

Doch selbst diese etablierten Partnerschaften konnten den Verlust des Schlüsselpartners Edeka nicht kompensieren. Die Lebensmittel-Zeitung hatte bereits vor der offiziellen Bestätigung über die bevorstehende Einstellung des Programms berichtet.

Ende einer Ära im deutschen Rabattmarkt

Die Entscheidung markiert das Ende einer fast zwei Jahrzehnte währenden Präsenz der Deutschland-Card im deutschen Einzelhandel. Das Programm hatte sich insbesondere in den Anfangsjahren als ernstzunehmender Konkurrent für Payback positioniert und zahlreiche Verbraucher mit attraktiven Rabattmöglichkeiten angelockt.

Die nun anstehende Abwicklung wird in den kommenden Monaten sorgfältig geplant und umgesetzt. Bertelsmann betonte in seiner Mitteilung, dass alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Partnern und Kunden ordnungsgemäß erfüllt werden. Für die Nutzer der Deutschland-Card bedeutet dies, dass sie ihre gesammelten Punkte noch bis zur endgültigen Einstellung des Programms einlösen können.

Der deutsche Rabattprogramm-Markt wird damit künftig noch stärker von Payback dominiert, das durch den Zugewinn von Edeka seine marktbeherrschende Stellung weiter ausbauen konnte. Die Konzentration auf einen Hauptanbieter könnte langfristige Auswirkungen auf die Wettbewerbssituation und die Rabattangebote für Verbraucher haben.

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