DHL: Keine Importstopps trotz neuer EU-Zollregeln für Billig-Importe
DHL: Keine Importstopps trotz neuer EU-Zollregeln

Der Logistikkonzern DHL hat Befürchtungen zerstreut, dass die neuen EU-Zollregeln für Billig-Importe zu einem Stopp von Online-Bestellungen aus Fernost führen könnten. „Es gibt keinen Importstopp“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bestellungen von Privatkunden bei Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern seien auch nach dem Stichtag am 1. Juli weiterhin möglich.

Neue Zollvorschriften erfüllen

Allerdings betonte der Bonner Konzern: „Voraussetzung ist jedoch, dass die neuen Zollvorschriften erfüllt werden.“ DHL sei vorbereitet und habe seine Prozesse an die neuen Regeln angepasst. Falls die Post jedoch Pakete mit unvollständigen Angaben erhält, werden diese an die Absender im Ausland zurückgeschickt.

Die EU-Reform sieht die Abschaffung der bisherigen Freigrenze von 150 Euro für die Zollabfertigung vor. Ab Juli fällt eine pauschale Zollabgabe von drei Euro pro Warengruppe in einer Sendung an. Die Umstellung richtet sich vor allem gegen Online-Billigversender aus Fernost wie Temu oder Shein.

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Unterstützung vom Einzelhandelsverband

Der Einzelhandelsverband HDE hatte die Pläne ausdrücklich begrüßt. Bestellungen von Billigartikeln über Online-Plattformen außerhalb der EU würden damit teurer, so der Verband. Es müsse einen fairen Wettbewerb mit Anbietern wie Temu oder Shein geben. Laut HDE liegt der Umsatzanteil ausländischer Onlineanbieter in Deutschland mittlerweile bei knapp elf Milliarden Euro. Davon entfielen geschätzt allein rund 4,7 Milliarden Euro oder fünf Prozent auf Temu und Shein.

Verfahren für die Paketabwicklung

DHL betonte: „Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten sind weiterhin möglich.“ Allerdings stiegen die Anforderungen für Händler und Plattformen. Die Post will bei Einfuhren von Paketen auf zwei Verfahren zurückgreifen. Dazu gehört das PDDP-Verfahren (Postal Delivered Duties Paid), das die logistische Abwicklung regelt. Dabei stellen Absender und Partnerpostgesellschaft vorab die notwendigen Zolldaten bereit und übernehmen die Steuern und Abgaben.

Übergangsregelung für zwei Monate

Zunächst führt die Post eine Übergangsregelung für zwei Monate ein, da voraussichtlich noch nicht alle Partnerpostgesellschaften auf das neue Regelwerk umgestellt sein werden. Pakete ohne die erforderlichen Angaben können nicht verarbeitet werden und werden an die Absender außerhalb der EU zurückgeschickt.

Die DHL-Tochter Express hat ihre Kunden über die neuen Anforderungen informiert und will mögliche Störungen minimieren. Die Logistikriesen DHL, FedEx und UPS hatten zuvor vor Hürden für den Warenverkehr in die EU durch die neuen Regeln gewarnt.

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