Die Europäische Union hat eine Rekordstrafe von 550 Millionen Euro gegen den chinesischen Online-Marktplatz AliExpress verhängt. Grund sind massive Verstöße gegen EU-Verbraucherschutzgesetze. Die Plattform hatte wochenlang gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika zum Verkauf angeboten, ohne diese zu entfernen.
Hintergrund der Strafe
Die EU-Kommission stellte fest, dass AliExpress wiederholt gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstoßen hat. Demnach müssen Online-Plattformen illegale Produkte umgehend löschen. AliExpress habe jedoch trotz zahlreicher Beschwerden monatelang keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen. Besonders kritisch bewerteten die Behörden den Verkauf von Produkten, die gegen EU-Sicherheitsstandards verstoßen.
Details zu den illegalen Produkten
Zu den beanstandeten Artikeln zählten unter anderem gefälschte Designerkleidung, Spielzeug mit gesundheitsschädlichen Chemikalien sowie Kosmetika ohne erforderliche Kennzeichnung. Laut EU-Kommissar für Verbraucherschutz, Didier Reynders, handele es sich um „systematische Verstöße, die die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher gefährden“. Die Plattform habe trotz Warnungen nicht rechtzeitig reagiert.
Auswirkungen auf AliExpress und den Markt
Die Strafe ist die höchste, die jemals gegen einen Online-Händler in der EU verhängt wurde. AliExpress kündigte an, Rechtsmittel einzulegen. Der Mutterkonzern Alibaba Group erklärte, man werde die Vorwürfe prüfen und die Zusammenarbeit mit den EU-Behörden verstärken. Marktbeobachter erwarten, dass dieser Präzedenzfall auch andere Plattformen wie Amazon oder eBay zu strengeren Kontrollen zwingen wird.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Verbraucherschützer begrüßten die Entscheidung. „Dies ist ein starkes Signal, dass die EU die Sicherheit ihrer Bürger ernst nimmt“, sagte eine Sprecherin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Der Digitalverband Bitkom warnte hingegen vor einer Überregulierung, die den Wettbewerb beeinträchtigen könnte. Die EU-Kommission betonte jedoch, dass die Strafe verhältnismäßig sei und als Abschreckung dienen solle.
Nächste Schritte
AliExpress hat nun drei Monate Zeit, die Auflagen zu erfüllen und ein effektives System zur Produktkontrolle einzuführen. Kommt das Unternehmen dieser Verpflichtung nicht nach, drohen weitere Sanktionen. Die EU wird die Umsetzung der Maßnahmen genau überwachen.



