Die insolvente Supermarktkette Feneberg hat einen Käufer für den Großteil ihrer Filialen gefunden. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, übernehmen die Rewe Group und die LHE-Gruppe insgesamt 94 der 96 Standorte. Damit bleiben rund 1.000 der etwa 1.400 Arbeitsplätze erhalten.
Übernahme durch Rewe und LHE
Die Rewe Group übernimmt demnach 60 Filialen, die LHE-Gruppe 34. Die beiden verbleibenden Standorte werden geschlossen. Das gab der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Mucha bekannt. Die Verträge wurden am Mittwochabend notariell beurkundet.
„Mit der Übernahme durch Rewe und LHE ist eine langfristige Perspektive für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert“, sagte Mucha. Die genauen Kaufpreise wurden nicht genannt. Die Übernahme soll zum 1. April 2025 erfolgen.
Hintergrund der Insolvenz
Die Feneberg-Gruppe mit Sitz in Bad Wörishofen hatte im September 2024 Insolvenz angemeldet. Als Gründe nannte das Unternehmen die anhaltend schwierige Lage im Lebensmitteleinzelhandel sowie gestiegene Kosten. Der traditionsreiche Händler war 1895 gegründet worden und beschäftigte zuletzt rund 1.400 Menschen.
Die Kette betreibt Supermärkte in Bayern, Baden-Württemberg und im Allgäu. Viele der Standorte liegen in ländlichen Regionen, wo Feneberg oft eine wichtige Nahversorgungsfunktion erfüllt.
Reaktionen aus der Region
Die Nachricht stößt in der Region auf Erleichterung. Bad Wörishofens Oberbürgermeister Stefan Welzel zeigte sich erleichtert: „Die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Fortführung der Standorte sind ein wichtiges Signal für unsere Stadt und die gesamte Region.“ Auch der bayerische Handelsverband begrüßte die Einigung.
Die Rewe Group erklärte, man wolle die übernommenen Filialen in das bestehende Vertriebsnetz integrieren. Die LHE-Gruppe, zu der unter anderem die Supermarktkette Nahkauf gehört, kündigte an, die Standorte unter bewährter Marke weiterzuführen.
Ausblick
Bis zur endgültigen Übernahme im Frühjahr sollen die Filialen normal weiterarbeiten. Die Mitarbeiter wurden bereits informiert. Ein Sprecher von Feneberg betonte, dass Kunden weiterhin mit dem gewohnten Sortiment rechnen können.
Die Übernahme ist jedoch noch nicht endgültig besiegelt. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.



