JD.com: Ministerium genehmigt MediaMarktSaturn-Übernahme unter Auflagen
JD.com: Ministerium genehmigt MediaMarktSaturn-Übernahme

Bundeswirtschaftsministerium gibt grünes Licht für JD.com-Übernahme von MediaMarktSaturn

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn durch den chinesischen Handelskonzern JD.com genehmigt, jedoch an strenge Auflagen geknüpft. Wie die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll der Schutz personenbezogener Daten deutscher Kunden gewährleistet werden. Zudem räumt die Genehmigung der Bundesregierung weitreichende Überwachungs- und Kontrollrechte ein, einschließlich der Möglichkeit, die Zustimmung bei Verstößen zu widerrufen.

JD.com begrüßte die Entscheidung: „Wir begrüßen die außenwirtschaftsrechtliche Freigabe durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.“ Das Unternehmen rechnet mit einer endgültigen Gesamtfreigabe in der zweiten Jahreshälfte 2026.

EU-Kommission äußert vorläufige Bedenken

Trotz der deutschen Zustimmung steht die Übernahme noch nicht fest. Die Europäische Kommission hat nach einer ersten Prüfung „vorläufige Bedenken“ geäußert und untersucht den Fall nun eingehender. Ende Mai teilte die Brüsseler Behörde mit, dass JD.com möglicherweise ausländische Subventionen erhalten habe, die den EU-Binnenmarkt verzerren könnten. Diese Subventionen könnten es JD.com ermöglicht haben, ein höheres Übernahmeangebot für Ceconomy, die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, abzugeben.

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Die Kommission prüft zudem, ob die Übernahme den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt beeinträchtigen würde. Nach EU-Recht hat sie bis zum 2. Oktober Zeit für eine endgültige Entscheidung. Die Zustimmung der EU ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Eigentümerwechsel.

Mehrere Länder haben bereits zugestimmt

JD.com hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot vorgelegt und sich wenige Monate später die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Neben Deutschland haben auch Frankreich und Italien grünes Licht gegeben. Die Entscheidungen aus Spanien und Österreich stehen noch aus. Das Bundeskartellamt hatte den Erwerb bereits im September 2025 freigegeben, da JD.com bislang nur in geringem Umfang in Deutschland aktiv sei und keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bestünden.

Die Übernahme wird in mehreren Ländern nach Kartellrecht und sicherheitspolitischen Aspekten geprüft. Während einige Länder die Transaktion aus kartellrechtlicher Sicht bewerten, untersuchen andere, ob der Einstieg eines ausländischen Investors die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefährdet.

Hintergrund: JD.com und MediaMarktSaturn

MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando der viertgrößte Onlineshop in Deutschland. Die Muttergesellschaft Ceconomy entstand 2017 als Abspaltung von Metro. Mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern, davon rund 400 in Deutschland, erzielte Ceconomy im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 23,1 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 50.000 Menschen, davon knapp 20.000 in Deutschland.

JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) der größte chinesische Handelskonzern und zählt weltweit zu den zehn größten. Das Unternehmen beschäftigt etwa 570.000 Mitarbeiter und ist in den Bereichen Technologie, Logistik und Gesundheit tätig. In Deutschland ist JD.com bislang nur mit dem Onlineshop Joybuy präsent, der im März 2026 startete.

Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste MediaMarkt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß die Metro AG die Mehrheit an beiden Marken.

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