KBA feiert 75 Jahre: Von der Punktekartei zur digitalen Zulassung
KBA feiert 75 Jahre: Von Punkten zur Digitalisierung

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg feiert am 4. August 2026 sein 75-jähriges Bestehen. Die Bundesoberbehörde, die seit 1951 Fahrzeugregister führt, Punkte in Flensburg verwaltet und die Sicherheit neuer Fahrzeugtypen überwacht, richtet ihren Blick zugleich auf eine zunehmend digitalisierte Zukunft. Geplant sind unter anderem die zentrale Plattform „i-Kfz-Bund" für die internetbasierte Fahrzeugzulassung sowie neue Regeln für vernetzte und autonome Autos.

Gründung und historische Wurzeln

Gegründet wurde das KBA am 4. August 1951. Damals wurden die Aufgaben dreier älterer Einrichtungen zusammengeführt: einer Sammelstelle für Informationen über Kraftfahrzeugführer aus dem Jahr 1910, einer Fahrerdatei von 1934 und der 1937 gegründeten Reichsstelle für Typprüfung. Damit wurden Fahrzeugregister, Fahreignungsdaten und technische Prüfungen erstmals zentral gebündelt.

Bei der Gründung waren in Deutschland erst rund 2,5 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs, mehr Motorräder als Pkw. Bis Anfang der 1970er-Jahre stieg die Zahl auf rund 17 Millionen. Der Boom forderte einen hohen Preis: Zeitweise wurden mehr als 21.000 Verkehrstote pro Jahr gezählt.

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Das Punktesystem als Einschnitt

1974 wurde das bis heute bekannte Punktesystem in Flensburg eingeführt. Fahrer, die wegen Verkehrsvergehen zu viele Punkte sammeln, können ihre Fahrerlaubnis verlieren. Zusammen mit sichereren Fahrzeugen, besserer Infrastruktur und strengeren Regeln trug das reformierte System zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei. Im Jahr 2025 kamen bei einem Bestand von mehr als 61 Millionen Kraftfahrzeugen noch 2.832 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

Digitale Zukunft und neue Aufgaben

Heute führt das KBA zentrale Register, erstellt Statistiken, erteilt Typgenehmigungen und überwacht den Fahrzeugmarkt. Bei Sicherheitsmängeln ordnet es Rückrufe an. Online-Dienste ermöglichen Registerauskünfte, der digitale Fahrzeugschein soll klassische Dokumente ergänzen. Auch die Zahl der E-Autos ist von einst 21 auf über zwei Millionen gestiegen.

Als nächster großer Schritt ist „i-Kfz-Bund" geplant: eine zentrale Plattform für die internetbasierte Fahrzeugzulassung, die mehr als 400 örtliche Zulassungsbehörden entlasten soll. Das KBA entwickelt zudem neue Regeln für vernetzte, assistierte und künftig autonom fahrende Autos. Cybersecurity, Software-Updates und internationale Marktüberwachung werden zu weiteren Schwerpunkten.

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