Fledermäuse in der Wohnung: Was tun, wenn ein Tier einfliegt?
Fledermäuse in der Wohnung: Was tun?

Eine Fledermaus, die nachts durch das offene Fenster in die Wohnung flattert, kann für viele Menschen ein Schrecken sein. Doch wie verhält man sich richtig, wenn das nachtaktive Tier in den eigenen vier Wänden landet? Der Naturschutzbund (NABU) und örtliche Fledermausexperten geben klare Handlungsempfehlungen. Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren und das Tier nicht anfassen. Die Gefahr, dass eine Fledermaus Tollwut überträgt, ist in Deutschland zwar sehr gering, dennoch sollten direkte Kontakte vermieden werden.

Erste Schritte: Fenster öffnen und Licht aus

Wenn eine Fledermaus in der Wohnung ist, sollte man zunächst alle Fenster weit öffnen, idealerweise auch die Balkontür. Anschließend sollte das Licht ausgeschaltet werden, da Fledermäuse dunkle Rückzugsorte bevorzugen. Oft finden die Tiere von selbst wieder hinaus, wenn sie einen freien Weg erkennen. „In den meisten Fällen verlässt die Fledermaus die Wohnung innerhalb weniger Minuten wieder durch das geöffnete Fenster“, erklärt ein Sprecher des NABU Augsburg. Wichtig ist, das Tier nicht zu scheuchen oder zu verfolgen, da es dann in Panik geraten und sich verletzen könnte.

Was tun, wenn die Fledermaus nicht fliegt?

Sollte die Fledermaus trotz offener Fenster nicht abfliegen, kann man versuchen, sie vorsichtig mit einem Handtuch oder einem Karton zu fangen. Dabei ist es wichtig, Handschuhe zu tragen, um direkten Hautkontakt zu vermeiden. Man kann das Tier auch in einen Raum mit nur einem Fenster locken, das dann geöffnet wird. „Niemals die Fledermaus mit bloßen Händen anfassen, auch wenn sie harmlos aussieht“, warnt der Experte. Falls die Fledermaus verletzt wirkt oder sich tagsüber nicht entfernen lässt, sollte man einen örtlichen Fledermaus-Experten oder den Tierschutz kontaktieren.

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Warum Fledermäuse in Wohnungen geraten

Fledermäuse gelangen meist aus Versehen in Wohnungen, wenn sie auf der Jagd nach Insekten durch offene Fenster fliegen. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Tiere ihre Jungen aufziehen, kann es vermehrt zu solchen Vorfällen kommen. In Augsburg gibt es zahlreiche Fledermausarten, darunter die Zwergfledermaus, die häufig in Siedlungsgebieten vorkommt. Die Tiere sind geschützt und dürfen nicht getötet werden. „Fledermäuse sind nützliche Tiere, die Insekten fressen und zur ökologischen Balance beitragen“, betont der NABU.

Prävention: Wie man Fledermäuse fernhält

Um Fledermäuse gar nicht erst in die Wohnung zu lassen, empfiehlt es sich, in den Abendstunden Fliegengitter an Fenstern anzubringen. Auch das Abdunkeln von Räumen kann helfen, da Fledermäuse Licht meiden. Wer in einem Haus mit Dachboden wohnt, sollte darauf achten, dass keine Spalten oder Öffnungen vorhanden sind, durch die die Tiere ins Gebäude gelangen könnten. „Vorbeugung ist der beste Schutz“, so der NABU-Sprecher.

Fledermaus gefunden: Wann ist ein Experte nötig?

Wenn eine Fledermaus in der Wohnung bleibt und sich nicht vertreiben lässt, oder wenn sie offensichtlich verletzt ist, sollte man professionelle Hilfe holen. In Augsburg gibt es mehrere Anlaufstellen, darunter die Fledermausbeauftragte der Stadt und der Bund Naturschutz. Diese können das Tier fachgerecht versorgen und gegebenenfalls in eine Auffangstation bringen. Wichtig ist, die Fledermaus nicht zu füttern oder zu tränken, da dies zu weiteren Komplikationen führen kann.

Fakten zu Fledermäusen

Weltweit gibt es über 1.400 Fledermausarten, in Deutschland sind es 25. Die Tiere können bis zu 30 Jahre alt werden und sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. In einer Nacht kann eine Fledermaus bis zu 3.000 Insekten fressen. Trotz ihres Rufs sind Fledermäuse für den Menschen ungefährlich, solange man sie nicht anfasst. „Die Tiere sind scheu und meiden den Kontakt zum Menschen“, erklärt der Experte abschließend.

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