Deutsche Rentner entdecken Polen als Einkaufsparadies
Für viele Deutsche, insbesondere Rentner in Grenzregionen, hat sich Polen zu einem wahren Einkaufsparadies entwickelt. Nicht nur bei Zigaretten und Benzin, sondern vor allem bei den täglichen Lebensmitteln lassen sich im Nachbarland erhebliche Summen sparen. Ein aktueller Test des Nordkurier zeigt, dass ein identischer Wocheneinkauf in Polen nur etwa die Hälfte dessen kostet, was man in Deutschland dafür bezahlen müsste.
Massive Preisunterschiede bei Grundnahrungsmitteln
Die Preisunterschiede beginnen bereits bei den einfachsten Produkten. Während man in Deutschland für ein Kilogramm Äpfel der Sorte "Pink Lady" etwa drei Euro einplanen muss, kostet dieselbe Menge in polnischen Supermärkten lediglich zwischen 1,29 und 1,44 Euro. Noch deutlicher wird der Unterschied bei Milchprodukten: Ein Liter Milch, der hierzulande rund 1,30 Euro kostet, ist in Polen bereits für 65 bis 75 Cent zu haben.
Besonders extrem sind die Differenzen bei Butter: Während deutsche Verbraucher regelmäßig zwei bis vier Euro für ein Stück Butter bezahlen müssen, liegt der Preis in polnischen Supermärkten oft sogar unter 70 Cent. Diese erheblichen Unterschiede setzen sich bei weiteren Grundnahrungsmitteln fort.
Wurst und Käse: Fast doppelt so teuer in Deutschland
Der Vergleich bei verarbeiteten Lebensmitteln offenbart weitere Einsparpotenziale. Eine 150-Gramm-Packung Käsescheiben kostet in Polen etwa 1,40 Euro, während vergleichbare Produkte in Deutschland selten unter zwei Euro zu finden sind. Noch gravierender ist der Unterschied bei Wurstwaren: 50 Gramm abgepackte Salami kosten in Deutschland zwischen 1,50 und 2 Euro, in Polen hingegen nur etwa 90 Cent.
Selbst bei Brot und Eiern zeigen sich deutliche Preisunterschiede. Ein ganzes Bauernbrot aus der Supermarkt-Backstation kostet in Polen rund einen Euro, während man in Deutschland für ein vergleichbares Produkt etwa das Doppelte bezahlen muss. Bei Eiern der Größe M liegen die polnischen Preise bei etwa 2,30 Euro für zehn Stück, während in Deutschland je nach Haltungsart etwa 2,90 Euro fällig werden.
Konkreter Test: Zehn Euro in Polen, zwanzig in Deutschland
In einem praktischen Vergleich kaufte der Nordkurier identische Produkte in beiden Ländern ein: zehn Eier, ein Brot, zwei Packungen Käse, eine Packung Salami, ein Kilogramm Äpfel, einen Liter Milch und ein Stück Butter. Ohne Berücksichtigung von Sonderangeboten belief sich der Gesamtpreis in Polen auf lediglich 9,64 Euro. Derselbe Einkaufskorb kostete in einem deutschen Supermarkt stolze 19,55 Euro - mehr als das Doppelte.
Rentner sparen bis zu 40 Euro pro Woche
Für Rentner wie Harald W., der regelmäßig für seinen Wocheneinkauf nach Polen fährt, lohnt sich der Aufwand deutlich. "Ich spare mir in der Woche bestimmt 40 Euro alleine für den Einkauf", rechnet der Rentner vor. Selbst eine dreißigminütige Anfahrt sei für ihn wirtschaftlich sinnvoll. "Gerade Grundnahrungsmittel sind in Polen deutlich günstiger als in Deutschland. Mit der Rente kommt man in Deutschland nicht so einfach über die Runden. Aber wenn ich in Polen tanke und einkaufen gehe, dann spare ich viel Geld", erklärt Harald W.
Praktische Tipps für den Einkauf in Polen
Die polnischen Supermärkte sind ähnlich aufgebaut wie ihre deutschen Pendants, sodass sich auch sprachunkundige Einkäufer problemlos zurechtfinden. Einziger kleiner Haken: Die Preise sind in der Landeswährung Złoty angegeben. Mit etwas Kopfrechnen und einem Blick auf den tagesaktuellen Umrechnungskurs lässt sich dieser jedoch leicht überwinden.
Experten empfehlen: An der Kasse sollte möglichst mit Karte bezahlt werden, da man so automatisch den aktuellen Umrechnungskurs erhält und keine zusätzlichen Wechselgebühren anfällt. Für viele Deutsche, insbesondere in Grenzregionen, hat sich der Einkauf in Polen somit zu einer wirksamen Strategie gegen die steigenden Lebenshaltungskosten entwickelt.



