Sonntagsöffnungen im Einzelhandel: Enge Grenzen sind nicht mehr zeitgemäß
Sonntagsöffnungen: Enge Grenzen sind nicht mehr zeitgemäß

Die Diskussion um Sonntagsöffnungen im Einzelhandel gewinnt neue Brisanz. Angesichts leerer Innenstädte und einer Welle von Insolvenzen bekannter Marken wie Depot, Esprit und Eterna wird der Ruf nach flexibleren Öffnungszeiten lauter. Ein Kommentar von Dominik Bath, Redakteur für Politik und Wirtschaft in der FUNKE Zentralredaktion, plädiert für eine Lockerung der bestehenden Beschränkungen.

Leerstand in den Innenstädten als Weckruf

Viele stationäre Händler kämpfen ums Überleben. Die jüngsten Insolvenzen großer Ketten haben zu einer spürbaren Zunahme von Leerständen in deutschen Innenstädten geführt. Dies unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf, um den Einzelhandel zu revitalisieren. Neben Maßnahmen zur Steigerung der Kaufbereitschaft der Verbraucher rückt dabei zwangsläufig das Thema Sonntagsöffnungen in den Fokus.

Rechtliche Hürden und veraltete Regelungen

Die rechtliche Lage ist kompliziert: Ladenöffnungsgesetze fallen in die Zuständigkeit der Bundesländer, und das Bundesverfassungsgericht hat enge Grenzen zum Schutz der Sonntagsruhe gesetzt. Dennoch kritisiert Bath, dass die bestehenden Regelungen aus einer Zeit stammen, in der der Onlinehandel noch keine Rolle spielte. Dies führe zu einer ungerechten Wettbewerbssituation: Während Online-Shops rund um die Uhr geöffnet haben, sind viele stationäre Geschäfte sonntags geschlossen.

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Gewerkschaftsargumente nicht mehr zeitgemäß

Bath stellt zudem die Argumentation der Gewerkschaften infrage, der Sonntag müsse ein Ruhetag bleiben. In vielen Branchen sei Sonntagsarbeit längst üblich, etwa in der Gastronomie, wo Kellner von umsatzstarken Tagen und Zuschlägen profitierten. Es sei unfair, die Beschäftigten im Einzelhandel weiterhin von diesen Möglichkeiten auszuschließen. Der Kommentar fordert daher, die engen Grenzen für Sonntagsöffnungen zu überwinden, um das Ladensterben zu stoppen und die Innenstädte zu beleben.

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