Smart City Hürth: Sensoren sparen Geld und schützen Bäume
Smart City Hürth: Sensoren sparen Geld und schützen Bäume

Die Stadt Hürth westlich von Köln setzt auf smarte Technik, um ihre Stadtkasse zu schonen und die Lebensqualität zu verbessern. Mit Sensoren überwacht die Kommune den Zustand von Bäumen und Mülleimern – ein Konzept, das als Vorbild für andere Städte dienen könnte.

Baumsensoren verhindern Schäden

In vielen Städten kommt es vor, dass Bäume umkippen und Autos beschädigen, wie ein aktueller Fall in Düsseldorf zeigt. Ein Ahorn war umgestürzt und auf ein geparktes Auto gefallen – vermutlich, weil er in jungen Jahren zu wenig Wasser bekommen hatte oder von einem Pilz befallen war. Ein Baumsensor hätte das erkennen und das Grünflächenamt alarmieren können, sodass der Baum nicht abgestorben wäre.

Hürth nutzt solche Sensoren, um die Bodenfeuchtigkeit zu messen und die Bäume bedarfsgerecht zu wässern – nicht nach einem starren Zyklus. Denn trockene Bäume binden weniger CO₂, ihre Blätter verdunsten weniger Wasser, und die Umgebung kühlt sich bei Hitze weniger ab. Die Sensoren helfen also nicht nur, Kosten zu sparen, sondern auch das Stadtklima zu verbessern.

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Smarte Mülleimer reduzieren Leerungsfahrten

Neben Bäumen überwacht Hürth auch öffentliche Mülleimer mit Sensoren. Diese melden, wenn sie voll sind, sodass die Stadtreinigung nur dann ausrückt, wenn es nötig ist. Das reduziert Leerungsfahrten und spart Sprit und Personal. „Die Technik hilft uns, Ressourcen effizienter einzusetzen“, erklärt ein Stadtsprecher.

DataMatters: Vom Startup zum Smart-City-Pionier

Einer, der dieses Konzept in die kommunale Praxis bringt, ist Daniel Trauth mit seiner Kölner Firma dataMatters. Der Wirtschaftsingenieur hat das Unternehmen 2018 mit einem Partner aus der RWTH Aachen ausgegründet. Es beschäftigt derzeit gerade einmal sechs Mitarbeitende, der Umsatz liegt noch unter einer Million Euro. Dennoch hat dataMatters bereits mehrere Städte als Kunden gewonnen.

„Die Nachfrage nach smarten Lösungen wächst“, sagt Trauth. „Viele Kommunen erkennen, dass sie mit Sensoren nicht nur Geld sparen, sondern auch die Lebensqualität der Bürger verbessern können.“ Die Technik sei einfach nachzurüsten und amortisiere sich schnell.

Herausforderungen und Ausblick

Doch die Einführung smarter Technik ist nicht immer einfach. Datenschutzbedenken und die Finanzierung sind oft Hürden. „Wir müssen die Bürger mitnehmen und transparent machen, welche Daten erhoben werden“, betont Trauth. Zudem seien die Anschaffungskosten für viele Städte eine Herausforderung, auch wenn sich die Investition langfristig lohne.

Hürth zeigt, dass Smart City auch im Kleinen funktioniert. Die Stadt plant, das Sensornetzwerk weiter auszubauen – etwa für die Überwachung von Parkplätzen oder die Steuerung von Straßenlaternen. „Das Potenzial ist riesig“, so der Stadtsprecher. „Wir wollen Schritt für Schritt digitaler werden.“

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