Tag des Bieres: Immer mehr Brauereien schließen
Tag des Bieres: Immer mehr Brauereien schließen

Zum Tag des Deutschen Bieres am 23. April zeigt sich eine besorgniserregende Entwicklung: Immer mehr Brauereien in Deutschland müssen schließen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank die Zahl der Brauereien im Jahr 2023 auf 1.509 – ein Rückgang von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der Negativtrend der vergangenen Jahre fort.

Rückgang der Brauereien und Bierabsatz

Die Zahl der Brauereien in Deutschland nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Waren es 2018 noch 1.549 Brauereien, so sind es heute nur noch 1.509. Auch der Bierabsatz geht zurück: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 8,4 Milliarden Liter Bier abgesetzt – das sind 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit liegt der Absatz auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Besonders betroffen sind kleine und mittelständische Brauereien, die unter den gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik leiden. „Die wirtschaftliche Lage ist für viele Brauereien existenzbedrohend“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. „Die hohen Energiepreise und die Inflation setzen den Betrieben massiv zu.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ursachen für das Brauereisterben

Die Gründe für das Brauereisterben sind vielfältig. Neben den gestiegenen Produktionskosten spielen auch der veränderte Konsum und der demografische Wandel eine Rolle. Immer mehr Menschen trinken weniger Bier oder greifen zu alkoholfreien Alternativen. Zudem steigt der Wettbewerbsdruck durch große Brauereikonzerne, die mit Werbung und niedrigen Preisen den Markt dominieren.

Ein weiterer Faktor ist der Fachkräftemangel. Viele Brauereien finden keine qualifizierten Brauer und Braumeister mehr. „Es wird zunehmend schwieriger, Nachwuchs zu finden“, erklärt Eichele. „Dabei ist der Beruf des Brauers ein traditionsreicher und attraktiver Handwerksberuf.“

Bierkultur in Gefahr

Der Rückgang der Brauereien hat auch Auswirkungen auf die Bierkultur in Deutschland. Viele kleine Brauereien sind wichtige Arbeitgeber und prägen das regionale Brauwesen. Mit ihnen verschwinden oft auch traditionelle Biersorten und Rezepturen. „Jede Brauerei, die schließt, ist ein Verlust für die Vielfalt“, betont Eichele.

Dennoch gibt es auch positive Entwicklungen: Die Nachfrage nach regionalen und handwerklich gebrauten Bieren steigt. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Qualität und Herkunft. Das zeigt sich auch in der wachsenden Zahl von Craft-Bier-Brauereien, die in den letzten Jahren neu gegründet wurden.

Zukunft der Brauereien

Um die Zukunft der Brauereien zu sichern, sind sowohl politische als auch unternehmerische Maßnahmen gefragt. Der Deutsche Brauer-Bund fordert unter anderem eine Entlastung bei den Energiekosten und eine Reform der Bürokratie. Auch die Förderung der Ausbildung im Brauereiwesen sei wichtig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Trotz der schwierigen Lage bleibt Holger Eichele optimistisch: „Die deutsche Bierkultur hat eine lange Tradition und wird auch in Zukunft bestehen. Aber wir müssen uns den Herausforderungen stellen und innovative Lösungen finden.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration