Bienen in Not: Blühflächen im Landkreis Donau-Ries um 90 Prozent eingebrochen
Blühflächen im Donau-Ries um 90 Prozent eingebrochen

Die Zahl der Blühflächen im Landkreis Donau-Ries ist drastisch gesunken: Innerhalb weniger Jahre sind sie um 90 Prozent zurückgegangen. Das berichtet das Landratsamt Donau-Ries. Diese Flächen sind für Bienen und andere Insekten überlebenswichtig, denn sie bieten Nahrung und Lebensraum.

Rückgang um 90 Prozent: Eine alarmierende Entwicklung

Konkret bedeutet das: Standen früher auf rund 1.000 Hektar Blühpflanzen, sind es heute nur noch etwa 100 Hektar. Diese Zahlen nannte die Behörde auf Anfrage. Der Rückgang hat mehrere Ursachen: intensive Landwirtschaft, Flächenverbrauch und fehlende Anreize für Landwirte, Blühstreifen anzulegen.

„Ohne Blühflächen verlieren Bienen ihre Lebensgrundlage“, warnt Michael Huber, Imker aus Donauwörth. „Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Honigproduktion, sondern auf das gesamte Ökosystem.“ Viele Wildbienenarten sind sogar vom Aussterben bedroht, wenn ihre Nistplätze und Nahrungsquellen verschwinden.

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Warum Blühflächen so wichtig sind

Blühflächen sind mehr als nur bunte Tupfer in der Landschaft. Sie liefern Pollen und Nektar für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Ohne diese Insekten würden viele Pflanzen nicht bestäubt, was Ernteausfälle in der Landwirtschaft zur Folge hätte. Schätzungen zufolge hängt ein Drittel unserer Nahrungsmittelproduktion von Bestäubern ab.

Das Landratsamt Donau-Ries hat das Problem erkannt und startete 2021 ein Förderprogramm für Blühflächen. Landwirte, die Blühstreifen anlegen, erhalten eine Prämie pro Hektar. Doch die Nachfrage ist gering: Nur wenige Landwirte beteiligen sich. Gründe sind bürokratische Hürden und die Sorge um Erträge.

Landkreis will gegensteuern

Um den Trend umzukehren, will der Landkreis die Förderung attraktiver machen und die Beratung für Landwirte ausbauen. Zudem sollen kommunale Flächen wie Kreisstraßenränder und Ausgleichsflächen verstärkt zu Blühwiesen umgewandelt werden. Auch Bürger sind gefragt: Wer einen Garten hat, kann mit heimischen Wildblumen einen Beitrag leisten.

Der Imkerverein Donauwörth unterstützt diese Initiativen. „Jeder Quadratmeter zählt“, sagt Huber. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es in einigen Jahren noch weniger Bienen geben.“ Er appelliert an Politik und Gesellschaft, das Thema ernster zu nehmen.

Forscher schlagen Alarm

Wissenschaftler bestätigen die Gefahr. Eine Studie der Universität Würzburg zeigt, dass die Artenvielfalt bei Insekten in Bayern in den letzten 20 Jahren um 75 Prozent abgenommen hat. Blühflächen sind ein wichtiger Gegenpol. „Wir brauchen ein Netzwerk aus Blühflächen, damit sich Populationen erholen können“, erklärt Dr. Anna Schmidt, Ökologin an der Universität.

Der Landkreis Donau-Ries hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 wieder 500 Hektar Blühflächen zu erreichen. Ob das gelingt, hängt von der Zusammenarbeit aller Beteiligten ab. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit vereinten Kräften den Bienen helfen können“, sagt eine Sprecherin des Landratsamts.

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