Tegut verschwindet: Edeka und Rewe übernehmen Bio-Supermärkte in Deutschland
Tegut-Aus: Edeka und Rewe übernehmen Bio-Supermärkte

Das Ende einer Bio-Marke: Tegut verlässt den deutschen Markt

Die Bio-Supermarktkette Tegut wird bis Ende des Jahres 2026 vollständig aus Deutschland verschwinden. Dies gab das Mutterunternehmen Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) am Mittwoch bekannt. Die Entscheidung markiert das Ende einer bekannten Marke im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, die sich seit Jahren in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet.

Edeka und Rewe als neue Eigentümer

Für den Großteil der rund 340 Tegut-Filialen stehen bereits Käufer fest: Die Edeka-Gruppe wird etwa die Hälfte der Standorte übernehmen, während Rewe eine hohe zweistellige Anzahl von Märkten erwirbt. Allerdings steht diese Transaktion noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Kartellamt. Diese Informationen wurden zunächst durch die Fachpublikation „Lebensmittelzeitung“ verbreitet.

Neben den Filialen geht auch das neue Logistikzentrum in Michelsrombach, die Bäckerei Herzberg sowie die Betreibergesellschaft Smart Retail Solutions an Edeka. Welche konkreten Filialen betroffen sind und welche finanziellen Summen im Spiel sind, bleibt vorerst unklar. Für die verbleibenden Standorte führt Migros nach eigenen Angaben Verhandlungen mit weiteren Handelsketten.

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7400 Mitarbeiter betroffen

Am Mittwochmorgen wurden die insgesamt 7400 Mitarbeiter von Tegut über die bevorstehende Abwicklung des Unternehmens informiert. Für die Beschäftigten in den Filialen, die von Edeka übernommen werden, steht bereits fest, dass sie in das neue Unternehmen integriert werden. Dies bietet zumindest für einen Teil der Belegschaft eine gewisse Perspektive in einer unsicheren Zeit.

Chronische Verluste führen zum Ausstieg

Der Grund für den kompletten Rückzug von Tegut aus Deutschland liegt in der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation der Bio-Supermarktkette. Seit Jahren verzeichnet das Unternehmen rote Zahlen und musste mehrfach Kredite aufnehmen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Die Situation für Tegut hat sich trotz Sanierungserfolgen in den letzten Monaten zugespitzt“, erklärte Migros-Chef Patrik Pörtig gegenüber dem Schweizer „Blick“.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Jahr 2025 belief sich der operative Verlust auf etwa 29 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es sogar 60 Millionen Euro. Insgesamt summiert sich der Verlust auf schätzungsweise 600 Millionen Euro. Pörtig verwies zudem auf den enormen Konkurrenzdruck im deutschen Lebensmittelhandel und nannte dabei insbesondere die Discounter Aldi und Lidl als „extrem aggressive Mitbewerber“.

Ein Kapitel im deutschen Einzelhandel schließt sich

Mit dem vollständigen Verschwinden der Marke Tegut aus Deutschland bis Ende 2026 endet ein bedeutendes Kapitel im Bio-Lebensmittelhandel. Die Übernahme durch etablierte Handelsriesen wie Edeka und Rewe zeigt die fortlaufende Konsolidierung im deutschen Einzelhandelssektor, in dem kleinere spezialisierte Ketten zunehmend unter Druck geraten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Integration der Tegut-Standorte in die neuen Unternehmensstrukturen verläuft und welche Auswirkungen dies auf das Angebot für Verbraucher haben wird.

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