Zalando baut Stellen in Berlin ab – 200 Positionen betroffen
Die Modeplattform Zalando reduziert an ihrem Sitz in Berlin erneut Personal. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf interne Dokumente und Ankündigungen im Intranet berichtet, sind rund 200 Stellen von einvernehmlichen Aufhebungsverträgen betroffen. Das Unternehmen selbst bestätigte auf Anfrage weder die genaue Zahl noch den Standort. Allerdings erklärte Zalando: „Wie wir bereits seit einiger Zeit transparent kommunizieren, arbeiten wir daran, durch agilere und zielgerichtete Strukturen schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können und die sich uns bietenden enormen Chancen für weiteres Wachstum zu nutzen.“
Freiwillige Aufhebungsverträge statt Kündigungen
Zalando betonte, dass es sich nicht um Kündigungen handelt, sondern um einvernehmliche Aufhebungsverträge, die auf dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit basieren. Das bedeutet, dass ein Aufhebungsvertrag nur zustande kommt, wenn beide Parteien – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – freiwillig zustimmen. Diese Maßnahmen seien Teil der laufenden Umstrukturierung, um das Unternehmen agiler aufzustellen.
Neuer Standort in Bukarest geplant
Unabhängig von den aktuellen Stellenstreichungen baut Zalando einen neuen Standort in der rumänischen Hauptstadt Bukarest auf. Das Büro soll Ende dieses Jahres eröffnet werden. Bis zum ersten Quartal 2025 sind dort 60 Stellen geplant. „Längerfristig planen wir, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen“, teilte Zalando mit.
Bereits 450 Stellen in Berlin gestrichen
Bereits im vergangenen Jahr hatte Zalando in Berlin rund 450 Arbeitsplätze gestrichen, damals infolge einer Umstrukturierung des Kundendienstes. Im Sommer 2023 sollten 200 Mitarbeiter wieder für die umgestaltete Einheit eingestellt werden. Zudem schließt das Unternehmen bis Ende September seinen Standort in Erfurt mit noch rund 2.100 Beschäftigten. Trotz Protesten von Betriebsrat, Gewerkschaften, Belegschaft und Kritik der Thüringer Landesregierung hält der Online-Modehändler an seiner im Januar verkündeten Entscheidung fest. Grund ist die Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme von About You.



