Das ZDF und die private Streamingplattform Joyn von ProSiebenSat.1 gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ab dem vierten Quartal 2026 werden ausgewählte Inhalte aus der ZDF-Mediathek auch auf Joyn kostenlos und werbefrei abrufbar sein. Dies gab der Sender gemeinsam mit dem Medienkonzern bekannt.
Hintergrund der Kooperation
Bislang standen sich die öffentlich-rechtlichen und privaten Streaminganbieter als harte Konkurrenten gegenüber. Im Wettbewerb mit internationalen Größen wie Netflix, YouTube und anderen Plattformen rücken nun jedoch das ZDF und Joyn zusammen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit öffentlich-rechtlicher journalistischer Angebote im digitalen Raum zu erhöhen und den Zuschauern einen einfacheren Zugang zu Nachrichten, Dokumentationen, Kultur- und Unterhaltungsangeboten zu ermöglichen.
„Wenn ZDF-Streaming-Inhalte künftig auch auf Joyn auffindbar sind, stärken wir die Sichtbarkeit öffentlich-rechtlicher journalistischer Angebote im digitalen Raum“, erklärte ZDF-Manager Florian Kumb. Gleichzeitig bleibe das Streamingportal des ZDF die zentrale digitale Heimat des öffentlich-rechtlichen Angebots, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.
Vorteile für Zuschauer und Wettbewerb
Die Kooperation soll den Nutzern einen nahtlosen Zugang zu ZDF-Inhalten bieten, ohne dass sie die ZDF-Mediathek separat aufrufen müssen. „Diese Kooperation zeigt, wie öffentlich-rechtliche und private Medien gemeinsam innovative Antworten auf den digitalen Wettbewerb geben“, ergänzte ProSiebenSat.1-Managerin Nicole Agudo Berbel.
Die engere Zusammenarbeit wird auch durch den neuen Medienstaatsvertrag erleichtert, der deutsche Anbieter im Wettbewerb mit internationalen Plattformen stärken soll. Bereits seit Längerem sind Live-Inhalte von ZDF, ARD und deren Dritten Sendern wie WDR, BR und NDR auf Joyn verfügbar.
Konflikt mit der ARD bleibt ungelöst
Die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern verlief jedoch nicht immer reibungslos. Anfang 2025 wollte ProSiebenSat.1 ohne Genehmigung auch Inhalte der ARD-Mediathek auf Joyn nutzen. Die ARD wehrte sich gerichtlich und bekam recht. Die Justiz wertete das Vorgehen als „unlauter im Sinne des Wettbewerbsrechts“ und als Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag.
Eine Sprecherin von ProSiebenSat.1 erklärte nun, man sei weiter daran interessiert, mit der ARD eine Lösung zu finden. Gespräche dazu liefen. Eine Einigung mit der ARD steht demnach noch aus.
Mit der neuen Kooperation zwischen ZDF und Joyn wird der Wettbewerb im deutschen Streamingmarkt neu geordnet. Während internationale Anbieter weiterhin dominieren, setzen die deutschen Partner auf Synergien, um ihre Marktposition zu stärken.



