Zementverbrauch in Deutschland auf Niveau der Vorkriegszeit gefallen
Zementverbrauch in Deutschland auf Niveau der Vorkriegszeit

Der Zementverbrauch in Deutschland ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht – er liegt auf dem Niveau vor dem Zweiten Weltkrieg. Das teilte der Präsident des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (BBS), Dominik von Achten, der Deutschen Presse-Agentur mit. Von Achten, der auch Vorstandsvorsitzender des Dax-Konzerns Heidelberg Materials ist, bezeichnete die Lage der Baustoffindustrie als historische Krise.

Krise betrifft fast alle Bereiche der Bauwirtschaft

Die Krise betreffe nahezu alle Sektoren, die in den Hoch- und Tiefbau liefern, so von Achten. Der Zementverbrauch sei nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich auf das Vorkriegsniveau gefallen. In den vergangenen Jahren sei es für die Baustoffindustrie „im dramatischen Schritt zurückgegangen“. Der Zementverbrauch in Deutschland liege derzeit rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020. „Das ist keine Stagnation mehr, das ist Rezession“, betonte von Achten.

Ursachen: Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und Nachfragerückgang

Die Gründe für den Einbruch seien vielfältig. Das hohe Zinsniveau und die gestiegenen Bau- und Baunebenkosten hemmten den privaten Wohnungsbau. Zudem seien die Investitionen im öffentlichen Infrastrukturbau sowie bei Industrie- und Bürogebäuden rückläufig. Die Nachfrage im Inland bleibe weiterhin schwach. „Der Wohnungsbau liegt nach wie vor danieder“, sagte von Achten. Zwar seien die Genehmigungen jüngst um etwa 10 Prozent gestiegen, jedoch dauere es Monate, bis tatsächlich gebaut werde.

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Staatliche Mittel aus Sondervermögen noch nicht wirksam

Bei Infrastrukturprojekten seien staatliche Mittel aus dem Sondervermögen der Bundesregierung angekündigt, diese wirkten bislang jedoch kaum. „Die gute Nachricht: Die Milliarden sind jetzt eingeplant und sollten sich ab dem zweiten Halbjahr in einer verstärkten Bautätigkeit niederschlagen“, so von Achten. Die Branche hofft auf eine Belebung im zweiten Halbjahr 2025.

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