Augsburg: Ab 2027 wird das Geld knapp – Stadt plant Sparkurs
Augsburg: Ab 2027 wird das Geld knapp

Die Stadt Augsburg steht vor finanziell schwierigen Zeiten: Ab 2027 werden die Einnahmen voraussichtlich nicht mehr ausreichen, um alle Ausgaben zu decken. Nach Berechnungen der Kämmerei klafft dann eine Lücke von rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) kündigte daher einen strikten Sparkurs an, der auch Steuererhöhungen nicht ausschließt.

Finanzlücke von 100 Millionen Euro erwartet

Die genauen Zahlen liegen dem Stadtrat in einer vertraulichen Sitzung vor. Demnach steigen die Ausgaben vor allem für Soziales, Personal und Investitionen deutlich an, während die Gewerbesteuereinnahmen stagnieren. Bereits im kommenden Jahr muss die Stadt neue Kredite aufnehmen, um den Haushalt auszugleichen. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde dann auf über 1.500 Euro steigen.

Um die Lage zu entschärfen, hat die Verwaltung ein Maßnahmenpaket geschnürt. Dazu gehören Einsparungen bei freiwilligen Leistungen, eine Reduzierung der Sachausgaben und eine Überprüfung aller städtischen Zuschüsse. Zudem sollen städtische Grundstücke verkauft und Gebühren erhöht werden. Die Bürger müssen sich auf höhere Kita- und Parkgebühren einstellen.

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Steuererhöhungen als letzte Option

Oberbürgermeisterin Eva Weber betonte, dass Steuererhöhungen nur das letzte Mittel sein dürften. „Wir müssen zuerst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, bevor wir den Bürgerinnen und Bürgern zusätzliche Lasten zumuten“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. Eine Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes von derzeit 360 auf 380 Punkte würde jährlich rund 15 Millionen Euro bringen. Auch der Grundsteuerhebesatz könnte steigen.

Die Finanznot ist kein Einzelfall: Viele Kommunen in Bayern klagen über steigende Sozialausgaben und sinkende Einnahmen. Der Städtetag fordert vom Freistaat eine Reform der kommunalen Finanzen. Ohne eine dauerhafte Entlastung seien die Städte nicht handlungsfähig, so der Verband.

Investitionen in Schulen und Verkehr bleiben Priorität

Trotz der Sparzwänge will Augsburg an wichtigen Investitionen festhalten. Dazu gehören der Bau neuer Schulen und die Sanierung von Straßen. Auch der Ausbau des Nahverkehrs hat Priorität. Die Stadtverwaltung plant, die Investitionen auf das Nötigste zu konzentrieren und Projekte zeitlich zu strecken.

Die Oppositionsparteien im Stadtrat kritisieren den Sparkurs als einseitig. Die Grünen fordern eine stärkere Besteuerung von Reichen und Unternehmen, die Linke will soziale Leistungen nicht kürzen. Die FDP hingegen plädiert für eine Reduzierung der Personalausgaben.

Bürgerbeteiligung geplant

Die Stadt will die Bürger in die Haushaltsplanung einbeziehen. Im Frühjahr sind öffentliche Foren geplant, in denen über Prioritäten diskutiert werden soll. Zudem wird ein Bürgerhaushalt aufgelegt, bei dem Vorschläge für Einsparungen und Einnahmen gesammelt werden. Die endgültige Entscheidung über den Haushalt 2027 fällt voraussichtlich im Dezember 2026.

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