Eigentumswohnungen in Deutschland: Preisanstieg verlangsamt sich deutlich
Eigentumswohnungen: Preisanstieg verlangsamt sich

Der Preisanstieg für Eigentumswohnungen in Deutschland hat sich einer aktuellen Studie zufolge im ersten Quartal 2026 deutlich verlangsamt. Wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilte, legten die Preise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 0,5 Prozent zu. Dies sei der niedrigste Zuwachs seit Sommer 2024, als nach einer längeren Flaute die Preise wieder zu steigen begannen. IfW-Projektleiter Jonas Zdrzalek erklärte: „Inflationsbereinigt, also gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sind die Preise für Eigentumswohnungen sogar leicht gesunken.“ Einfamilienhäuser verteuerten sich dagegen mit 3,2 Prozent deutlich stärker.

Großstädte mit unterschiedlicher Entwicklung

In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich sehr unterschiedlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnete Leipzig mit einem Plus von 2,5 Prozent. Düsseldorf lag mit 0,3 Prozent leicht im Plus, während die Preise in Köln stagnierten. Rückgänge gab es in Berlin mit minus 0,3 Prozent, Frankfurt am Main mit minus 1,4 Prozent und Stuttgart mit minus 1,9 Prozent. Für Hamburg und München liegen für das erste Quartal 2026 noch keine aktuellen Werte vor.

Mittlerweile dauert es auch wieder länger, bis Objekte einen Käufer finden. Im ersten Quartal lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer bei 90 Tagen für Eigentumswohnungen und bei 91 Tagen für Einfamilienhäuser. Die Daten stammen aus einem Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und dem IfW. Sie basieren auf notariell beglaubigten Transaktionen.

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IG Bau warnt vor Wohnarmut bei Babyboomern

Mieter sind weiterhin stark belastet. Die Industriegewerkschaft IG Bau warnt vor massiver „Wohnarmut“ von Rentnern. IG-Bau-Chef Robert Feiger sagte der „Rheinischen Post“: „Rund 5,1 Millionen Babyboomer werden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen.“ Rund 40 Prozent der geburtenstarken Jahrgänge gehen ab diesem Jahr bis 2036 in Rente. „Spätestens die Miete drängt einen Großteil der Babyboomer dann in die Wohnarmut“, erklärte er.

Wohnarmut bedeutet, dass Menschen nach Abzug der Wohnkosten kaum noch genügend Geld zum Leben haben. Feiger bezog sich bei seinen Äußerungen auf eine entsprechende Berechnung, die das Pestel-Institut im Auftrag der IG Bau durchgeführt hat. Am stärksten betroffen wäre demnach das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort könnten laut der Berechnung weit mehr als eine Million Babyboomer in den kommenden zehn Jahren in Wohnarmut rutschen. Schon heute leben laut Zahlen des Pestel-Instituts bundesweit mehr als 760.000 Menschen im Alter in Grundsicherung. Ihr Anteil an allen Rentnern beträgt damit rund 4,3 Prozent. 2010 waren es noch 2,5 Prozent.

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