Am Dienstagabend hat eine Funkstörung die Deutsche Bahn lahmgelegt. Das Kommunikationssystem fiel stundenlang bundesweit aus und brachte den Zugverkehr zum Erliegen. Für erfahrene Bahn-Reisende ist dies eine neue Eskalationsstufe des alltäglichen Chaos. Verspätete Züge, gesperrte Toiletten und ausgefallene Klimaanlagen sind längst gewohnt. Doch der Ausfall des Funksystems zeigt, wie gefährlich die marode Bahn-Infrastruktur für Kunden werden kann.
Gesundheitliche Risiken bei Halt auf offener Strecke
Wenn Züge wie am Dienstagabend längere Zeit auf offener Strecke stehenbleiben, kann es bei hohen Temperaturen schnell zu gesundheitlichen Beschwerden kommen. Wer nach 20 Uhr am Bahnsteig in Arnsberg Neheim-Hüsten strandet, ist froh, sich noch einen Müsliriegel eingepackt zu haben. Die Versorgung an vielen Bahnhöfen ist zu schlecht.
Solidarität unter Reisenden und hilfsbereites Personal
Wenn beim Reisen mit der Deutschen Bahn auf eine Sache Verlass ist, dann auf die Mitreisenden. Wird eine Verspätung von 60 Minuten angekündigt, wirft einem die Mittfünfzigerin mit dem Rollkoffer einen genervten, aber verschwörerischen Blick zu. Man checkt gemeinsam, ob nicht doch noch eine S-Bahn fährt. Bei einem Halt auf offener Strecke werden Traubenzucker herumgereicht und Bahn-Horrorstorys ausgetauscht. Das Bahnpersonal bleibt erstaunlich gelassen und freundlich. Fragt man, ob heute noch ein Zug nach Dortmund-Hörde fährt, antworten DB-Angestellte nicht selten: „Weiß ich doch auch nicht“ und helfen dann, eine Verbindung zu finden.
Investitionsstau und komplexe Aufgaben
Dass die Bahn nicht nur in Kommunikationskurse für die Mitarbeitenden investieren muss, sondern auch in die Infrastruktur, das ist längst bei den Verantwortlichen angekommen. Doch das geht nicht von heute auf morgen, zu lange wurde schließlich auf Investitionen verzichtet. Klar ist: Die Aufgaben sind komplex. Da kann man den Bahnkunden Geduld wünschen. Und der Bahnchefin Evelin Palla und ihren Mitarbeitern gutes Gelingen.



