Die über 100 Jahre alte Bäckerei-Kette Hansen Mürwik aus Flensburg ist nach der Insolvenz teilweise gerettet. Ein Konkurrent übernimmt sechs der elf Filialen und sichert damit 75 Arbeitsplätze. Fünf Standorte werden jedoch geschlossen, darunter die Backstube in Wees, der Hauptsitz des Traditionsunternehmens.
Insolvenz und Übernahme
Die Bäckerei Hansen Mürwik hatte im November 2025 Insolvenz angemeldet. Grund waren hohe Kosten für Umbauten sowie stark gestiegene Energie- und Personalkosten. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt 120 Mitarbeiter, nachdem es vor der Insolvenz noch 145 waren. Die Bäckerei Andresen aus Neumünster (Schleswig-Holstein) kauft zum 1. August sechs Filialen. Die Produktion in der Backstube in Wees wird Ende Juli eingestellt.
Insolvenzverwalter Dr. Arno Doebert sagte auf BILD-Anfrage: „Das ist ein guter Abschluss für ein Verfahren, das unter schwierigen Vorzeichen stand. Mit der Bäckerei Andresen haben wir einen verlässlichen Käufer gefunden, der das Wohl der Belegschaft von Beginn an im Blick hatte.“
Neue Perspektive für Mitarbeiter
75 der 120 Mitarbeiter werden von Andresen übernommen. Der Großteil der nicht übernommenen Belegschaft sei bereits in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt worden, erklärte Doebert. Andresen-Geschäftsführer Rainer Theuer betonte: „Wir haben uns in den letzten Wochen intensiv mit den Filialen beschäftigt und ein tolles und vor allem engagiertes Team kennengelernt.“ Er versprach persönliche Gespräche mit jedem übernommenen Mitarbeiter.
Die Bäckerei Andresen besteht seit 1895 und betreibt 27 Filialen in Schleswig-Holstein, unter anderem in Kiel, Bordesholm, Rendsburg und Kaltenkirchen. Theuer und sein Mitgeschäftsführer Stefan Andresen bezeichneten sich als „Chefs zum Anfassen“.
Hintergrund der Insolvenz
Die Bäckerei Hansen Mürwik wurde 1924 gegründet und hatte elf Standorte. Die hohen Kosten für Umbauten sowie gestiegene Energie- und Personalkosten führten zur Insolvenz. Ein ähnliches Problem hatte zuvor den thüringischen Bäckerei-Riesen Lampe in finanzielle Schieflage gebracht. Die sechs übernommenen Filialen werden unter dem Namen Andresen weitergeführt.



