Bundeswehr plant Mega-Satellitenflotte mit 1200 Satelliten für 35 Milliarden Euro
Bundeswehr: 1200 Satelliten für 35 Milliarden Euro geplant

Die Bundeswehr arbeitet hinter den Kulissen an einem der größten Raumfahrtprojekte Europas. In den kommenden Jahren könnten bis zu 1200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung ins All geschickt werden. Zwei hochrangige Insider aus der Wirtschaft bestätigen dem „Handelsblatt“ die gewaltigen Pläne. Ein Bundeswehr-Vertreter sagt, die endgültige Zahl sei noch offen, weil derzeit noch mit der Industrie abgestimmt wird, wie die Satelliten-Flotten aufgebaut sein sollen. Klar ist aber: Er gehe auch im Minimum von 1000 Satelliten aus.

Zweitgrößte Satellitenflotte der Welt nach Starlink

Sollte das Projekt Realität werden, würde Deutschland nach Starlink die zweitgrößte Satellitenflotte der Welt betreiben. Für die deutsche Raumfahrtindustrie wäre das ein gigantischer Auftrag. Bis 2030 sollen mindestens 35 Milliarden Euro in die militärische Raumfahrt fließen. Und dabei bleibt es nicht: Weil die Satelliten regelmäßig ersetzt werden müssen, könnte die Bundeswehr langfristig zwei bis drei neue Satelliten pro Woche benötigen.

Geheimes Aufklärungssystem „Spock 2“

Herzstück der Pläne ist das geheime Aufklärungssystem „Spock 2“ („Spacesystem for persistent operational tracking“). Das Netzwerk aus Radarsatelliten und Spezialkameras soll Militärs ein hochpräzises Lagebild liefern. Um den Milliardenauftrag konkurrieren mehrere Firmen, darunter Airbus Defence and Space, Rheinmetall, OHB, Rohde & Schwarz, Helsing, Iceye und Kongsberg. Mit einer Entscheidung wird erst in etwa zwei Jahren gerechnet. Die ersten Satelliten könnten frühestens drei Jahre später starten.

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Jede Woche eine Rakete nötig

Sollte die Bundeswehr tatsächlich eine Flotte von rund 1200 Satelliten betreiben, wären die Folgen enorm. Nach Berechnungen der Experten müssten jährlich rund 120 Satelliten ersetzt werden. Die Betriebskosten schätzt Raumfahrtexperte Ulrich Walter (72) auf etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Sein Fazit: „Das ist ein ehrgeiziges und ein teures Vorhaben.“ Davon könnten auch deutsche Raketenbauer wie Isar Aerospace oder RFA profitieren. Denn rechnerisch müsste fast jede Woche eine Rakete starten, um ausgefallene Satelliten zu ersetzen.

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