Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) übernimmt den Standort Gnaschwitz im Landkreis Bautzen vom bisherigen Eigentümer Maxam. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen dort künftig Nitroglycerin und verwandte Stoffe sowie perspektivisch Munition produziert werden. Im ersten Schritt plant CSG Investitionen von 100 Millionen Euro und die Schaffung von bis zu 125 neuen Arbeitsplätzen.
Strategischer Ausbau der Munitionsproduktion
Die Übernahme ist Teil der Expansionsstrategie des Prager Konzerns, der zu den größten europäischen Verteidigungsunternehmen zählt. Mit der Produktion von Nitroglycerin, einem wichtigen Bestandteil von Sprengstoffen, will CSG die Lieferketten für Munition in Europa unabhängiger machen. Nach eigenen Angaben beschäftigt der Konzern rund 14.000 Mitarbeiter.
Bedeutung für die Region
Der Standort Gnaschwitz liegt im Osten Sachsens, einer Region, die traditionell von Industrie geprägt ist. Die Investition könnte die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Bautzen stärken und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Details zur zeitlichen Umsetzung und zu möglichen Fördermitteln wurden zunächst nicht genannt.
Hintergrund: Rüstungsindustrie in Sachsen
Sachsen ist bereits Standort mehrerer Rüstungsunternehmen. Die Ansiedlung von CSG könnte die Bedeutung des Freistaats als Produktionsstandort für Verteidigungstechnik weiter erhöhen. Beobachter sehen darin auch eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach Munition in Europa.
Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Bis dahin bleibt der Betrieb bei Maxam bestehen. CSG zeigte sich zuversichtlich, dass die Transaktion im Laufe des Jahres abgeschlossen werden kann.



