Evonik: Chemiekonzern streicht zehn Prozent aller Arbeitsplätze
Der Chemiekonzern Evonik reagiert mit einem weiteren Sparprogramm auf die anhaltende Konjunkturkrise. Zwischen 2027 und 2029 will das Management insgesamt 3200 Stellen weltweit streichen, was rund zehn Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Da das Unternehmen mit Sitz in Essen besonders viele Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, sind die heimischen Standorte überproportional betroffen. In der Verwaltung und Produktion sollen hierzulande 2150 Jobs wegfallen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.
Der nun angekündigte Stellenabbau kommt zusätzlich zu dem gerade abgeschlossenen ersten großen Sparprogramm des Chemiekonzerns. Seit 2024 hatten die Essener ihre Verwaltung komplett umgebaut, Hierarchien abgeflacht und Managementpositionen gestrichen. Dies kostete bereits 2000 Stellen. Zudem fielen in der Produktion weitere 800 Arbeitsplätze weg. Zusammen mit den neuen Plänen verlieren damit insgesamt 6000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.
Gleichzeitig trennt sich Evonik von einer weiteren Geschäftseinheit, die seit Jahren rote Zahlen schreibt: Die Produktion der Kunstfaser Polyester wird weltweit eingestellt. Evonik erzielte damit jährlich rund 150 Millionen Euro Umsatz. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten wird im kommenden Jahr geschlossen. Am Standort Marl fallen 45 Stellen weg, in der Produktionsanlage in Shanghai 35 Stellen.



