Deutsche Gasförderung steigt erstmals seit 20 Jahren wieder an
Gasförderung in Deutschland erstmals seit 20 Jahren gestiegen

Erstmals seit mehr als 20 Jahren ist die Erdgasförderung in Deutschland wieder gestiegen. Wie das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seinem Jahresbericht für 2025 mitteilte, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 4,5 Milliarden Kubikmeter Rohgas gewonnen – ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zu 2024.

Erster Anstieg seit 2003

„Seit 2003 haben wir einen stetigen Rückgang der Erdgasförderzahlen gesehen“, erklärte LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. „Es ist seitdem das erste Mal, dass wir ein leichtes Plus verzeichnen.“ Nahezu das gesamte geförderte Gas stammt aus Niedersachsen: 98 Prozent der deutschen Gasförderung entfallen auf dieses Bundesland, der Rest kommt vor allem aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt.

Neues Gasfeld vor Borkum als Treiber

Hauptgrund für die Trendwende ist das neue Gasfeld in der Nordsee vor der Insel Borkum, das 2025 erstmals in der Statistik auftauchte. Rund vier Prozent der heimischen Förderung entfallen auf dieses Feld. Ohne diese Quelle wäre die Fördermenge weiter gesunken. Der Betreiber One-Dyas plant, die umstrittene Förderung bis Ende 2026 deutlich auszuweiten. Die Plattform, etwa 20 Kilometer vor Borkum gelegen, soll im Regelbetrieb rund zwei Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr produzieren – voraussichtlich im vierten Quartal 2026, „noch vor Beginn des Winters“. Diese Menge entspricht sieben Prozent des niederländischen und 2,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

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Erdölförderung weiter rückläufig

Während die Gasförderung zulegte, setzte sich bei Erdöl der Abwärtstrend fort. Die Fördermenge sank um 4,2 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen. Zusammen decken Gas und Öl aus heimischen Quellen rund fünf Prozent des deutschen Bedarfs, so das LBEG. Bei beiden Rohstoffen wurden die entnommenen Mengen zu etwa zwei Dritteln durch neu ausgewiesene Reserven ausgeglichen. Die sicheren und wahrscheinlichen Erdgasreserven sanken um 4,1 Prozent auf 33,3 Milliarden Kubikmeter, die Erdölreserven schrumpften um 2,4 Prozent auf 20,7 Millionen Tonnen.

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