Grill-Helfer im Test: Schöner schneiden, grillen, schrubben
Mit gutem Zubehör macht das Grillen noch mehr Spaß. Unser Autor hat Gadgets getestet, die Outdoor-Köchinnen und -köchen das Leben leichter machen sollen.
Von Peter Wagner | 20.06.2026, 11.09 Uhr
Diese Grill-Gadgets haben wir getestet: Dick Vivum Asador Messer, HexClad Grillpfanne, OXO Good Grips Hot Clean-Grillbürste.
Dieser Text enthält mit dem Hinweis »Anzeige« gekennzeichnete Affiliate-Links, über die der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler erhält.
Dick Vivum Asador Messer
Bei aller Begeisterung für vegane Bratlinge – die erdrückende Mehrzahl dessen, was hierzulande auf dem Rost landet, sind Fleischteile aller Art und Größe. Und die müssen pariert, portioniert, auf dem Grill bewegt, auf die Servierplatte gehoben und schließlich mundgerecht portioniert werden. Die meisten dieser Arbeitsschritte erledigen normalerweise scharfe Fleischmesser. Genau an diesem Punkt hatten die Produktentwickler des im Bereich der beruflich genutzten Klingen renommierten Herstellers Dick eine neue Idee. Das nach dem argentinischen BBQ-Ritual Asador benannte Messer mit dem für die Vivum-Serie des Herstellers typischen, lebhaft gemaserten, relativ dünnen Birkenholzgriff wurde nicht nur für die üblichen langgezogenen Schnitte beim Fleischzerlegen optimiert. Zusätzlich soll die leicht nach oben gebogene Klingenspitze das Bewegen von Steaks und Schweinenacken ermöglichen. Das klappte in unserem Test mit allen einigermaßen festen und nicht zu schweren Stücken recht gut. Mürbe Cuts, dünne Geflügelschnitzel und empfindliche Fischfilets benötigen hierfür aber weiterhin eine Grillzange. Die wichtigsten Einsatzgebiete – Zuschneiden, Filetieren und Portionieren – erledigt das werksseitig mit hoher, wenngleich nicht rasiermesserartiger Schärfe ausgelieferte Messer mit 22 Zentimetern Klingenlänge, aber hervorragend. Parieren von Häutchen am Rippenrücken geht dagegen mit einem Messer mit dünnerer und schmalerer Schneide besser. Richtig gut fuhr die eisgehärtete und mit fünf Zentimetern recht hohe Klinge zum Beispiel durch unseren Roastbeef-Strang, von dem sich mit der Zugtechnik perfekt gerade Steaks zuschneiden ließen. Die Schnitthaltigkeit liegt wegen der nur 58 HRC im Vergleich zu härteren japanischen Klingen eher im mittleren Bereich, dafür lässt sich das Asador einfach nachschärfen, zum Beispiel mit dem an dieser Stelle empfohlenen Hyper Drill des gleichen Herstellers. Dank des geringen Gewichts von nur 190 Gramm und der vielseitigen Anwendbarkeit bis hin zum Aufschneiden von Tomaten, Gurken und Zwiebeln für den Beilagensalat ist das Dick Asador als Alleinmesser am Grillplatz geeignet. Preislich ist es noch erschwinglich und auf jeden Fall ein Hingucker auf jeder BBQ-Party. Was kostet das? Etwa 80 Euro.
HexClad Grillpfanne
Der für teure Wabenpfannen bekannte US-Hersteller Hexclad hat im amerikanischen BBQ-Homeland eine große Palette an Grillgeschirr im Angebot. Nicht alles davon ist hierzulande erhältlich, aber die gelochte Gemüsepfanne zeigt, dass das Wabenpfannenprinzip mit seiner Mischung aus Antihaft-Eigenschaften und guter Hitzeleitung über hauchdünne, minimal hervorstehende Metallstreben auch im Grillbereich funktioniert. Laut Hersteller verträgt die Pfanne Temperaturen bis 480 °C, was eine mutige Ansage ist. Damit könnte man sie zwar noch immer nicht direkt auf hell glühende Holzkohle stellen, die bis zu 800 °C heiß werden kann. Aber die bereits etwas abgeglühte Holzkohle eines Lagerfeuers oder leise vor sich hin simmernde Briketts würden ein Grillen ohne Abstand und Rost erlauben. Damit könnte man also in der Feuerschale auf der Terrasse BBQ-Kartoffeln rösten, ohne einen Grill anfeuern zu müssen. Im Normalbetrieb auf einem Grillrost ist die Pfanne ein zuverlässiges und praktisches BBQ-Tool. Wir rösteten damit etwa bei geschlossenem Deckel auf einem Gasgrill kleine Rosmarinkartoffeln, die wir zu einem Bratkartoffelsalat mit deftigem BBQ-Aroma verarbeiteten. Es gelingen darin aber auch empfindliche Lebensmittel wie Gemüsescheiben, Shrimps und dünne Lachsfilets sowie Gyros-Fleischstreifen und Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck. Trotz Antihaftbeschichtung darf man das Grillgut bedenkenlos mit Zangen und Spateln aus Metall umrühren. Sogar das Portionieren von Steaks mit dem Messer direkt am Boden ist kein Problem. Die Griffe der Pfanne werden auf dem Rost natürlich brutal heiß. Hier sind gut isolierte Grillhandschuhe Pflicht. Beim Anheben der Hexclad sollte man bedenken, dass aus den Löchern heißes Fett oder Wasser tropfen kann. Nach der Abkühlung lässt sich die Hexclad mit Bürste und Spülmittel zügig reinigen. Falls doch mal hartnäckiger Schmutz zu beseitigen ist, genügt ein Topfschwamm. Laut Hersteller ist die Pfanne spülmaschinenfest, es wird aber Handreinigung empfohlen. Unsere diversen anderen Testpfannen des Herstellers waren mehrfach in der Spülmaschine und haben es bis auf kaum sichtbare Verfärbungen gut vertragen. Die Hexclad ist mit ihrem stolzen Preis so etwas wie der Bentley unter den Gemüsegrillpfannen, schließlich gibt es gelochte BBQ-Körbe aus Edelstahl oder anderem beschichtetem Metall schon ab 15 Euro. Wer aber auch sonst gern mit Wabenpfannen brät und bereit ist, so viel Geld hinzulegen, macht mit der Hexclad nichts falsch. Was kostet das? Etwa 184 Euro.
OXO Good Grips Hot Clean-Grillbürste
Es ist erstaunlich, was man bei einer zünftigen, im Laufe des Abends immer schummriger beleuchteten Grillparty so alles ungewollt mitessen kann: Asche- und Holzkohlereste, Knochensplitter, Insekten, Zitronenkerne oder gar Haare vom Kopf des Grillenden. Geschenkt! Das alles lässt sich mit ein paar Schluck Bier oder Mangolimonade herunterspülen und verdauen. Der Spaß hört da auf, wo Metallreste ins Spiel kommen, was gar nicht selten ist. Die Furcht davor, dass abgebrochene Borsten von der letzten Rostreinigung mit einer dafür typischen Messing-Grillbürste ins Essen gelangen könnten, ist nicht unberechtigt. Der US-Anbieter OXO hat nun eine der ersten brauchbaren borstenlosen Grillbürsten entwickelt. Mit stattlichen 47 Zentimetern Länge und 600 Gramm Gewicht ist die Good Grips Hot Clean ein solides Teil und macht ihrem Namen alle Ehre: Der massive Stiel ist am Griff-Ende mit einer rutschfesten Gummibeschichtung versehen und kann beidhändig umfasst werden. Außerdem steht der Bürstenkopf leicht vom Griff ab. Damit lässt sich mit deutlich größerer Andruckkraft arbeiten als sonst und wegen der Länge problemlos auch ein noch richtig heißer Grillrost reinigen, bevor die Fett-Eiweiß-Reste komplett angebacken sind. Grobe Ablagerungen können in einem ersten Durchgang mit dem scharf angeschliffenen Schaber abgekratzt werden. Für den Rest der Reinigung setzt OXO statt auf Borsten beim Reinigungskopf auf robuste Edelstahl-Drahtringe mit darunterliegenden Silikonpolstern. Das funktioniert auch ohne die sonst üblichen Bürstenhaare sehr effizient. Wir bekamen die Röstreste von einem flachen Enders-Rost damit ebenso zügig entfernt wie die Roststangen eines Kettle und die Bratoberfläche einer Feuerschale. Laut Hersteller ist die Bürste für Keramik-Grillroste nicht geeignet. Wir würden sie aber auch für Grillroste mit eng verlaufenden Stäben oder ausgeprägt hochstehenden Rillen nicht empfehlen. Die Tiefen unserer Grill-Grates konnten wir damit nicht sauber bekommen. Richtig gut dagegen fanden wir, dass sich der 8 × 10 Zentimeter große Bürstenaufsatz mit einem Handgriff lösen, in der Spülmaschine reinigen lässt. Die Drahtringe können ausgetauscht werden, wenn sie abgenutzt sind. Nachhaltiger geht’s kaum. Die Good Grips Hot Clean kostet ein Vielfaches des Preises von einfachen Grillbürsten. Mit ihrem Metallring neben Grillzange und Spatel aufgehängt macht sie eine gute Figur: Durch den wechselbaren Bürstenkopf ist sie ein nachhaltiges Investment und man muss sich nie wieder abgebrochene Messingborsten mit der Pinzette aus dem Zahnfleisch pulen. Was kostet das? Etwa 40 Euro.
Mehr zum Thema Grillen: Anleitung zum Angrillen! Wenn es draußen wieder wärmer ist, werden viele Grills angeheizt. Unser Autor empfiehlt Bücher, die Grundlagen vermitteln und zu ungewöhnlichen Barbecues animieren, auch ohne Fleisch. Von Peter Wagner. Gegrillter Fisch, so lecker wie im Urlaub: Sie wollen, dass Fisch in diesem Sommer zum Star auf Ihrem Grillrost wird? Hier verrät Gastronom Johannes Riffelmacher, wie es klappt – von der Auswahl im Laden bis zu den letzten Handgriffen vor dem Servieren. Von Johannes Riffelmacher und Thomas Kosikowski (Fotos). 32 vegane Grillprodukte im Test – welche sich lohnen und welche nicht: Ohne Soßen hätten wir wohl abgebrochen: Wir haben Ersatzsteaks, Burgerpattys und Bratwürste probiert. Das sind die Ergebnisse. Von Ferdinand Dyck.
Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests. Bereich Über welche Produkte wird berichtet? Über welche Produkte wir im Tests-Ressort berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen von den Herstellern. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen. Bereich Woher kommen die Testprodukte? Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen werden uns in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen. Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. Wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind, kaufen wir in einigen Fällen auf eigene Kosten Testgeräte. Bereich Dürfen die Redakteurinnen und Redakteure die Produkte behalten? In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und langfristige Leihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen, bevor sie zurückgegeben werden. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen. Oft werden solche Produkte und Rezensionsexemplare zum Beispiel am Ende eines Jahres gesammelt und im Rahmen eines firmeninternen Flohmarktes verkauft, wobei die Erlöse für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Teilweise werden Rezensionsexemplare auch direkt an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. Bereich Was hat es mit den Affiliate-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich? In Artikeln des Tests-Ressorts finden sich sogenannte Affiliate-Anzeigen, die Links zu Onlineshops enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link einen dieser Shops und kauft dort ein, wird DER SPIEGEL, aber nie der Autor individuell, in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.



