Kuka-Chef: Roboter brauchen keine Beine
Kuka-Chef: Unsere Roboter brauchen keine Beine

Der Chef des Augsburger Roboterherstellers Kuka, Peter Schell, hat im Interview mit der Augsburger Allgemeinen klargestellt: „Unsere Roboter brauchen keine Beine.“ Diese Aussage untermauert die Strategie des Unternehmens, sich auf klassische Industrieroboter zu konzentrieren, statt auf humanoide Maschinen zu setzen.

Fokus auf bewährte Technologie

Schell betonte, dass die meisten industriellen Anwendungen keine Laufroboter erfordern. „In der Produktion sind Roboter meist fest installiert oder auf Schienen beweglich“, erklärte er. Diese Systeme seien schneller, präziser und kostengünstiger als zweibeinige Konstruktionen. Kuka setze daher weiterhin auf seine Kernkompetenz: klassische Industrierobotik.

Der Markt für humanoide Roboter sei zwar spannend, aber noch weit von der Serienreife entfernt. „Die Technologie ist noch nicht ausgereift, und die Kosten sind enorm hoch“, so Schell. Für die meisten Unternehmen lohne sich diese Investition nicht. Stattdessen sieht Kuka Potenzial in der Weiterentwicklung von Greiftechnik, Sensorik und künstlicher Intelligenz.

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Mensch-Roboter-Kollaboration im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter. „Die Zukunft gehört der Kollaboration“, sagte der Kuka-Chef. Leichtbauroboter, die ohne Schutzzaun arbeiten können, ermöglichten neue Einsatzmöglichkeiten in der Montage. Diese Roboter entlasten Mitarbeiter bei ergonomisch schwierigen Tätigkeiten.

Kuka hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 100.000 Roboter installiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte Kuka einen Umsatz von etwa 3,9 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand sei gut gefüllt, so Schell, trotz globaler Lieferkettenprobleme.

Standort Augsburg bleibt zentral

Der Firmensitz in Augsburg bleibt ein wichtiger Entwicklungsstandort. Hier forschen Ingenieure an neuen Roboter-Generationen. „Wir investieren kontinuierlich in Forschung und Entwicklung“, betonte Schell. Gleichzeitig arbeite man eng mit Kunden aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Logistik zusammen.

Auf die Frage nach dem Wettbewerb aus Asien antwortete Schell gelassen: „Wir haben einen Technologievorsprung, den wir halten wollen.“ Kuka setze auf Qualität und Zuverlässigkeit. Zudem profitiere das Unternehmen von der Nähe zu mittelständischen Kunden in Deutschland und Europa.

Ausblick: Mehr Intelligenz in der Robotik

In den kommenden Jahren will Kuka seine Roboter intelligenter machen. „Künstliche Intelligenz wird eine immer größere Rolle spielen“, so Schell. Beispielsweise sollen Roboter lernen, Objekte selbstständig zu erkennen und zu greifen. Auch die Vernetzung mit anderen Maschinen werde ausgebaut.

Der Kuka-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Automatisierungslösungen weiter steigen wird. „Der Fachkräftemangel zwingt viele Unternehmen, stärker zu automatisieren.“ Roboter könnten dazu beitragen, Produktionsprozesse effizienter zu machen und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern.

Abschließend betonte Schell: „Wir bleiben unserem Weg treu: fokussiert, innovativ und nah am Kunden.“ Die Aussage, dass Roboter keine Beine brauchen, ist also weniger eine Einschränkung, sondern eine strategische Entscheidung für die effizienteste Lösung.

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