Stahlproduktion steigt um neun Prozent: Keine Trendwende in Sicht
Stahlproduktion steigt um neun Prozent: Keine Trendwende

Die deutsche Stahlbranche verzeichnet im ersten Halbjahr einen Produktionsanstieg von neun Prozent auf rund 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Berlin mitteilte. Trotz dieser Zunahme bleibt die Lage angespannt, da das Niveau des Vorjahreszeitraums von 19,4 Millionen Tonnen nicht erreicht wurde. Im ersten Halbjahr 2025 war die Produktion um knapp zwölf Prozent eingebrochen.

Aktuelle Zahlen zeigen keine nachhaltige Trendwende

Nach Angaben des Verbandes deutet der Anstieg nicht auf eine dauerhafte Erholung hin. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr ergäbe sich eine Produktion von rund 37 Millionen Tonnen – deutlich unter der Marke von 40 Millionen Tonnen, die für eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung nötig wäre. Die Branche leidet weiter unter schwacher Nachfrage aus den Schlüsselsektoren Bau, Maschinenbau und Autoindustrie.

Hoffnung auf EU-Zollregeln

Seit Juli gelten neue EU-Zollregeln, die unter bestimmten Kriterien Zusatzzölle auf Stahlimporte vorsehen. Diese sollen Billigimporte aus Asien eindämmen, die deutschen Herstellern das Geschäft erschweren. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, betont: „Das Handelsschutzinstrument ist für den Stahlstandort Deutschland und Europa unverzichtbar. Es sorgt dafür, dass sich eine künftige Erholung der Nachfrage auch tatsächlich in einer höheren Kapazitätsauslastung der Stahlunternehmen in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten niederschlagen kann.“

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Forderung nach Nachfrageimpulsen

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert von der Politik zusätzliche Maßnahmen, um die Nachfrage anzukurbeln. Mit Blick auf die geplanten staatlichen Infrastruktur-Investitionen von 500 Milliarden Euro in den kommenden Jahren sagt Rippel: „Diese angekündigten Investitionen müssen möglichst schnell in der Wirtschaft ankommen. Daraus kann ein entscheidender Konjunkturimpuls erwachsen.“ Sie spricht sich zudem für ein verbindliches „Made-in-EU-Kriterium“ bei öffentlichen Beschaffungen aus, um heimische Stahlfabrikanten zu bevorzugen.

Herausforderungen und positive Signale

Die Branche steht unter Druck: Thyssenkrupp Steel Europe baut wegen Überkapazitäten Tausende Stellen ab, und hohe Energiekosten belasten die Unternehmen. Dennoch gibt es positive Nachrichten: Der Stahlhersteller Salzgitter hob kürzlich seine Prognose für das Jahr 2026 an.

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