Holz statt Erdöl: UPM-Bioraffinerie in Leuna soll bald voll produzieren
UPM-Bioraffinerie in Leuna: Start der Vollproduktion naht

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) besuchte am Dienstag den Chemiestandort Leuna, um sich über den Fortschritt der größten Bioraffinerie Deutschlands zu informieren. Der finnische UPM-Konzern investierte rund 1,3 Milliarden Euro in die Anlage, die künftig Holz statt Erdöl als Rohstoff nutzen soll. Trotz widriger Wetterbedingungen – Hagel, Regen und eisiger Wind – zeigte sich der Minister optimistisch.

Nachhaltige Chemie aus Holz

Die Bioraffinerie in Leuna ist ein Vorzeigeprojekt für die nachhaltige Chemieindustrie. Statt auf fossile Rohstoffe setzt UPM auf Holz, das in einem innovativen Verfahren zu hochwertigen Chemikalien und Biokraftstoffen verarbeitet wird. „Wir stehen kurz vor dem Hochfahren der Vollproduktion“, erklärte Marcus von Twistern, Projektleiter bei UPM. Die ersten Produkte sollen bereits in den kommenden Wochen ausgeliefert werden.

Besuch des Ministers

Bei einem Rundgang durch die Anlage erläuterten Matthias Schleicher und Marcus von Twistern dem Minister die einzelnen Prozessschritte, darunter die Kolonne der Lignin-Destillation. Schneider zeigte sich beeindruckt: „Diese Investition zeigt, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Die Bioraffinerie ist ein Leuchtturmprojekt für die Transformation der Chemieindustrie.“

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Die Anlage soll jährlich mehrere Hunderttausend Tonnen nachhaltige Produkte herstellen und damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen leisten. UPM plant, die Raffinerie in den nächsten Monaten schrittweise auf volle Kapazität zu bringen.

Herausforderungen und Perspektiven

Die Inbetriebnahme verlief nicht ohne Hindernisse: Technische Anlaufschwierigkeiten und die komplexe Logistik der Holzversorgung stellten das Team vor Herausforderungen. Doch die Verantwortlichen zeigten sich zuversichtlich, dass die Anlage bald stabil laufen wird. „Wir haben aus den ersten Tests gelernt und optimieren kontinuierlich“, so von Twistern.

Der Standort Leuna profitiert von der Ansiedlung: Neben zahlreichen Arbeitsplätzen entstehen auch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen. Die Bioraffinerie gilt als Modell für weitere Projekte in Deutschland und Europa.

Bundesumweltminister Schneider betonte abschließend die Bedeutung solcher Investitionen für die Erreichung der Klimaziele. „Wir brauchen mehr Innovationen wie diese, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu überwinden und eine nachhaltige Wirtschaft aufzubauen“, sagte der SPD-Politiker.

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