US-Industrie: Auftragsrückgang im Juni überrascht Ökonomen
US-Auftragsrückgang im Juni überrascht Experten

Die US-Industrie hat im Juni einen überraschenden Auftragsschwund verzeichnet. Die Bestellungen langlebiger Güter – von Flugzeugen bis hin zu Baumaschinen – verringerten sich um 0,3 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nach einem Rückgang von revidiert 1,1 Prozent im Mai. Klammert man den schwankungsanfälligen Verkehrsbereich aus, schrumpfte das Neugeschäft im Juni sogar um 0,4 Prozent.

Einkaufsmanagerindex erreicht höchsten Stand seit Mai 2022

Trotz des Rückgangs bei den Aufträgen zeigen andere Daten eine positive Entwicklung. Die Geschäfte der US-Industrie sind im Juli einem Frühindikator zufolge so gut gelaufen wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg auf 55,6 Punkte, nach 53,3 Zählern im Juni, wie das Institute for Supply Management (ISM) jüngst zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte.

Das Barometer hielt sich damit den siebten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und erreichte das höchste Niveau seit Mai 2022. Dies deutet auf eine anhaltende Expansion im verarbeitenden Gewerbe hin, auch wenn die Auftragseingänge kurzfristig schwanken.

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Analyse: Uneinheitliches Bild in der US-Wirtschaft

Die unterschiedlichen Signale – rückläufige Aufträge im Juni, aber ein starkes Einkaufsmanagerbarometer im Juli – zeichnen ein gemischtes Bild der konjunkturellen Lage. Während die Industrie insgesamt von einer soliden Nachfrage profitiert, könnten die schwankenden Auftragseingänge auf Unsicherheiten bei Großprojekten hindeuten.

Experten beobachten insbesondere die Entwicklung im Verkehrssektor, der ohne die schwankungsanfälligen Großaufträge wie Flugzeugbestellungen ein stabileres Bild liefert. Die Kernrate ohne Verkehrsbereich fiel im Juni um 0,4 Prozent, was auf eine breitere Schwäche hindeuten könnte.

Die US-Wirtschaft zeigt sich insgesamt robust, doch die jüngsten Daten lassen auf eine Abkühlung in einigen Bereichen schließen. Die Federal Reserve dürfte diese Entwicklungen bei ihren weiteren Zinsentscheidungen berücksichtigen.

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