Der französische Handball-Erstligist Cesson-Rennes hat den Vertrag mit seinem bisherigen Vize-Kapitän Théophile Caussé (33) mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Hintergrund sind schwere Vorwürfe der häuslichen Gewalt, die den Champions-League-Sieger von 2018 belasten. Der Außenspieler war zuvor suspendiert worden und saß nach Medienberichten mehrere Tage in Untersuchungshaft. Caussé beteuert seine Unschuld.
Vertragsauflösung im beiderseitigen Einvernehmen
Wie der Klub am Montag (3. August) offiziell mitteilte, wurde das Arbeitsverhältnis mit dem Routinier im beiderseitigen Einvernehmen beendet. Bereits am 22. Juli hatte der Verein eine erste Stellungnahme veröffentlicht, in der die Suspendierung bekannt gegeben wurde. Präsident Stéphane Clémenceau erklärte damals: „Der Verein betont, dass er im Interesse aller Parteien weiterhin an der Unschuldsvermutung festhält.“
Nach Informationen der Zeitung L’Equipe hat Caussé die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden bestritten. Die zweite Pressemitteilung vom Montag enthielt lediglich die knappe Erklärung zur Vertragsauflösung, ohne weitere Details zu nennen. Der Klub verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren und bat um Respekt für die Privatsphäre aller Beteiligten.
Untersuchungshaft und Vorwürfe im Detail
Laut übereinstimmenden Medienberichten, darunter Ouest-France, soll Caussé dreizehn Tage in Untersuchungshaft im Gefängnis Rennes-Vezin verbracht haben. Aus dieser wurde er am 17. Juli unter Auflagen entlassen. Die Vorwürfe gehen auf eine Aussage von zwei Freundinnen seiner Partnerin zurück, die am 28. Juni bei der Polizei gemacht wurde. Sie schilderten anhand von Fotos, dass die Frau in der Nacht zuvor Opfer von Gewalt geworden sei, darunter erzwungener Geschlechtsverkehr.
Die Partnerin von Caussé bestätigte gegenüber den Ermittlern zwar einen versuchten Geschlechtsverkehr, bestritt jedoch eine vollendete Vergewaltigung. Auf eine Anzeige verzichtete sie laut L’Équipe. Die Staatsanwaltschaft hatte dennoch Ermittlungen aufgenommen, die zur vorläufigen Festnahme des Handballers führten.
Karriere: Meistertitel und Champions-League-Sieg
Théophile Caussé spielte seit 2021 für Cesson Rennes Metropole Handball. Zuvor war der gebürtige Franzose für Dunkerque HBGL aktiv, mit dem er 2014 die französische Meisterschaft gewann. Seinen größten Erfolg feierte er 2018 mit Montpellier, als er die Champions League gewann. Der Außenspieler galt als Führungspersönlichkeit und war zuletzt Vize-Kapitän seines Teams.
Der Skandal wirft einen Schatten auf die Karriere des 33-Jährigen, der noch bis zum Saisonende unter Vertrag stand. Die Zukunft von Caussé ist nun offen, sollte sich der Vorwurf der häuslichen Gewalt bestätigen. Bis dahin gilt für ihn die Unschuldsvermutung.
Reaktionen und Ausblick
Der französische Handballverband hat sich bislang nicht offiziell geäußert. Auch der Klub Cesson-Rennes vermied es, ein Urteil über den Spieler zu fällen. In der ersten Mitteilung hieß es lediglich, man habe die Suspendierung „im Interesse aller Parteien“ ausgesprochen. Die Vertragsauflösung wurde als „einstimmige Entscheidung“ bezeichnet.
Ob Caussé mit einer Sperre oder weiteren Konsequenzen rechnen muss, ist unklar. Die Ermittlungen dauern an. Der Spieler selbst hat über seinen Anwalt erklären lassen, er werde sich vollständig kooperativ zeigen und sei zuversichtlich, dass sich die Vorwürfe als unbegründet erweisen würden.



